Analyse

Unsere ausführliche Analyse von Georg Büchners Drama „Woyzeck“ widmet sich den einzelnen inhaltlichen, dramaturgischen und sprachlichen Aspekten des Werkes und bietet eine Reihe von Szenenanalysen an. Sie erläutert zunächst den Titel, der nicht vom Autor, sondern vom Herausgeber erfunden worden ist, und interessiert sich für die Handlungsorte und den zeitlichen Rahmen des Geschehens. Anhand verschiedener Textverweise lassen sich konkrete Rückschlüsse auf den Zeitraum der Handlung und die Struktur des sehr kompakten Geschehens, das gleichermaßen sowohl von Zeitsprüngen als auch von Simultanität gekennzeichnet ist, herausarbeiten.

Wichtig für das Verständnis der Konzeption ist eine detaillierte Betrachtung der Merkmale des offenen Dramas, das typisch für die literarischen Vertreter des Vormärz ist. Dazu zählen zum Beispiel die differenzierte und charakteristische Sprache der handelnden Figuren und der fragmentarische Charakter des Werks. Die Tatsache, dass Büchner vor der Fertigstellung seines Dramas verstarb, hatte zur Folge, dass das Werk in verschiedenen Entwicklungsstufen und in vier Dokumenten überliefert wurde. Der Autor hat selbst keine genaue Reihenfolge der Szenen festgelegt und das Werk nicht in Akte vor seinem Tod untergliedert.  Dadurch ergeben sich verschiedene Problemstellungen, die im Laufe der Zeit ganz unterschiedlich angegangen wurden.

Die vielschichtige Sprache, welche der junge Schriftsteller in seinem Drama benutzt und welche weitgehend den südhessischen Dialekt widerspiegelt, wird anschließend unter die Lupe genommen. Die Figurensprache, die Monologe von Woyzeck und Marie und die Regieanweisungen werden geschildert und anhand umfangreicher Beispiele veranschaulicht. Das Werk ist von einer Vielzahl von Stilmitteln durchzogen, die aufgelistet und anhand der entsprechenden Textpassagen belegt werden.

Ein weiterer Beitrag der Analyse beschäftigt sich mit der umfassenden und vielfältigen Intertextualität, die sich an vielen Stellen in dem Drama erkennen lässt.  Sie wird in Form einer Liste der Bibelzitate und Gebete, Volksmärchen, Volkslieder und Reime geschildert. Dann werden die Leitmotive Eifersucht, Einsamkeit, Kommunikationslosigkeit, Wahnsinn und Gewalt untersucht.