Der Mensch als Automat

Der pessimistischen Weltsicht, die sich aus der Zentralstellung des Melancholiemotivs ergibt, folgt in Leonce und Lena nicht nur Valerios Behauptung, die Menschheit läge machtlos da „wie Spielkarten, mit denen Gott und der Teufel aus Langeweile eine Parthie machen“ (S. 28), auch die Vergleiche der Menschen mit fremdgesteuerten Puppen ergeben sich aus dieser Weltsicht (vgl.: S. 8 & 43). Denn die Menschen gelten in Büchners Lustspiel eben nicht nur als Karten oder „Spielzeug[e]“ (S. 43), sondern als lebensechte Marionetten, die an Fäden geführt werden und denen es am Entscheidenden mangelt, an dem eigenen Leben.

Am deutlichsten wird dies in der letzten Szene, in der Valerios List darin besteht, Lena und Leonce vorzuführen als „die zwei weltberühmten Automaten [,…] so vollkommen gearbeitet, daß man sie von andern Menschen gar nicht unterscheiden könnte“ (S. 40). Alle Eigenschaften, die Valerio an diesen vermeintlichen Automaten rühmt – wie Kleidung, Benehmen, Bildung, Stoffwechsel – preist er als äußerst menschlich an. In Wirklichkeit jedoch funktio...

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