Religion

Die Bibel und die Predigt

Als Lenz in Waldbach eintrifft, hat er bereits einen gewissen Bezug zur Religion. Im Gespräch mit Oberlin gibt er an, er habe Theologie studiert. In der ersten Nacht, in der ihn die Angst überkommt, kommt es ihm vor, „als müsse er immer ,Vater unser‘ sagen“ (S. 6), da es ihn scheinbar vor seinen Angstgestalten schützt. Da er Oberlin oft begleitet, sieht er, wie dieser mit den Menschen betet (S. 7). Wenn er abends in Oberlins Haus sitzt, liest er die Bibel (S. 8), und das Neue Testament weckt in ihm „alte vergangne Hoffnungen“ (S. 8). Aufgrund der Erlebnisse Oberlins glaubt auch Lenz, dass er tiefe religiöse Erlebnisse haben werde: „... dieser Glaube, dieser ewige Himmel im Leben, dies Sein in Gott; jetzt erst ging ihm die Heilige Schrift auf“, (S. 9). Daher resultiert auch seine Vorstellung, dass er, wie auch schon Oberlin, den Tod eines Familienmitglieds voraussagen könne und von unsichtbaren Wesen in der Natur berührt werde.

Als er von einem für ihn sehr positiven Erlebnis aus der Natur zurückkehrt, bei dem er scheinbar von einem Wesen berührt und angesprochen wurde, bittet er Oberlin darum, eine Predigt halten zu dürfen. In der Zeit, in der er diese Predigt vorbereitet, werden seine Nächte ruhiger (S. 10). Als er die Predigt hält, berührt er damit die Menschen sehr: „Er sprach einfach mit den Leuten, sie litten alle mit ihm [...]“, (S. 10). Dabei versucht er, bei ihnen das zu erzielen, was ihm selbst verwehrt bleibt: „... es war ihm ein Trost, wenn er über einige müdgeweinte Augen Schlaf, und gequälten Herzen Ruhe bringen, wenn er über dieses von materiellen Bedürfnissen gequälte Sein, diese dumpfen Leiden gen Himmel leiten konnte“, (S. 10). Nach dieser Predigt fällt er in seinem Zimmer zu Boden und hat einen heftigen Anfall, der die ganze Nacht dauert.

Generell sucht er seinen Trost und seinen Halt immer mehr in der Religion und dem Gebet, je länger er sich in Waldbach aufhält (z. B. S. 13: „Lenz [...] fing an, wie Stilling die Apokalypse zu lesen, und las viel in der Bibel.“). Als Oberlin fort ist, verbringt er die Hälfte der Nacht „im Gebet und fieberhaften Träumen“, (S. 20).

Auseinandersetzung mit dem Tod

Das Verlangen, „eine Glut in sich zu wecken“ (S. 22), „je leerer, je kälter, je sterbender er sich innerlich fühlte“ (S. 22), führt dazu, dass Lenz in religiöse Schwärmerei verfällt und Gott um ein Zeichen anfleht. So fastet er und liegt in seinem Zimmer auf dem Boden. Nach drei Tagen hört er, dass ein junges Kind im Nachbardorf gestorben sei. Nun beschließt...

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