Natur

Innerhalb der Erzählung lassen sich vier Episoden herausarbeiten, in denen Lenz intensive Erlebnisse in der Natur hat:

1 – Reise nach Waldbach

Auf seiner Reise nach Waldbach ist Lenz beeindruckt und fasziniert von der ihn umgebenden Natur. Die Luft ist nass, und am Himmel sind graue Wolken. Hinzu kommt Nebel, der die Dinge zu unscharfen Konturen verschwimmen lässt, sodass es eine traumähnliche Landschaft ist. Viele seiner Sinneseindrücke scheinen sich in Lebewesen zu verwandeln: Der Sturm scheint die Erde mit Jubel zu besingen, und die Wolken erscheinen ihm wie „wilde wiehernde Rosse“ (S. 3). Wenn der Wind durch tieferliegende Täler bläst, erinnert ihn der Ton an „ein Wiegenlied und Glockengeläute“ (S. 4). Teilweise überwältigt von der Vielzahl an Eindrücken, „riss es ihm in der Brust“ (S. 4), und er hat den Eindruck, dass er den Sturm in sich zieht und bis ins All wächst (S. 4). Diese intensiven Momente werden von solchen abgelöst, in denen er „nüchtern, fest, ruhig“ (S. 4) erkennt, dass es nur ein „Schattenspiel“ (S. 4) war. Gegen Ende seiner Reise führt die einbrechende Dunkelheit dazu, dass er sich „entsetzlich einsam“ (S. 4) fühlt und „ihn eine namenlose Angst in diesem Nichts“ (S. 5) erfasst. Erst, als er wieder auf Menschen trifft, beruhigt er sich, und es wird ihm „leichter“ (S. 5).

2 – Der Aufenthalt bei Oberlin

Lenz’ zweite Begegnung mit der Natur ist religiös motiviert. Sein Aufenthalt bei Oberlin bringt ihn dazu, wieder öfter in der Bibel zu lesen. Die Menschen, die im Steintal wohnen, scheinen ihm ein ganz besonderes Verhältnis zum Göttlichen zu haben, was er auch finden will: „Wie den Leuten die Natur so nah trat, alles in himmlischen Mysterien; aber nicht gewaltsam majestätisch, sondern noch vertraut!“, (S. 9). So begibt er sich eines Morgens in die Natur, nachdem es geschneit hat. Er verlässt die bekannten Wege und sucht einen Fleck in der Natur, wo „keine Spur von Fußtritten“ (S. 9) mehr ist. Hier fühlt er sich „heimlich“ (S. 9), und „ein heimliches Weihnachtsgefühl beschlich ihn“ (S. 9). Diese intensive Naturverbundenheit führt dazu, dass er glaubt, seine Mutter habe ihm dieses Erlebnis verschafft, und ein unsichtbares Wesen berühre ihn an der Stirn und spreche ihn an (S. 9). Le...

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