Büchner als Mediziner und Naturforscher

Büchner schrieb sich 1831 an der medizinischen Fakultät in Straßburg ein, wo er vergleichende Anatomie studierte. Nach seinen ersten schriftstellerischen Versuchen und einer Flucht aus Hessen zurück nach Straßburg widmete er sich wieder verstärkt der Wissenschaft und promovierte mit einem Forschungsbericht über das Nervensystem der Barbe. Diese Arbeit war auch der Inhalt mehrerer Vorlesungen, die er bei der Gesellschaft für Naturwissenschaften in Straßburg hielt. Aufgrund der Qualität seiner Arbeit wurde er dort auch als Mitglied aufgenommen und seine Arbeiten veröffentlicht.

Ab Ende 1836 arbeitete er in Zürich als Privatdozent und unterrichtete seine Schüler in der Anatomie von Fischen und Amphibien. Bei der Präparation eines dieser Tiere infizierte er sich wahrscheinlich mit Salmonellen, die den Typhus auslösten, an dem er schließlich am 19. Februar 1837 verstarb.

Georg Büchner war neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch ein anerkannter Mediziner und Naturforscher. Seine Idee vom ganzheitlich zu betrachtenden Menschen, dessen Krankheitsbilder sich psychologisch erklären lassen, ist uns heute sehr geläufig. Viele wissen nicht, dass Büchner mit seinen wenigen literarischen Werken entscheidend zu diesem Bild beigetragen hat.

Eines seiner bekanntesten Werke, das Fragment „Woyzeck“, ist eigentlich eine psychologische Studie. In der damaligen Zeit entstand gerade der neue Forschungszweig der Psychoanalyse. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts herrschte ein wissenschaftlicher Streit zwischen Psychikern und den Somatikern. Obwohl die Vertreter der beiden Gruppen alle von einer wechselseitigen Beeinflussung von Körper und Seele ausgingen, so bewerteten sie diese beiden Bereiche unterschiedlich: Die Psychiker maßen der Seele, die Somatiker dem Körper eine höhere Gewichtung zu. Dieser Streit ist auch im „Woyzeck“ abgebildet.

Auch in den juristisc...

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