Expressionismus

Von dem lateinischen Begriff expressio (dt. „Ausdruck“) abgeleitet, ist der Expressionismus in den Jahren 1905-1925 anzusiedeln.

Die bereits im 19. Jahrhundert begonnene Industrialisierung in Deutschland führt dazu, dass die Städte in dieser Periode immer größer und die (Kriegs-)Technologie immer fortschrittlicher wurden. Eine allgemeine Gefahr scheint für die Menschen von dem schnell voranschreitenden technischen Fortschritt auszugehen. Das Misstrauen in die Technologie mündet bei den expressionistischen Dichtern in der Ansicht, dass die Großstadt mit all ihren technischen Errungenschaften die Zerstörerin der Natur sei.

Der Gefahr eines Kriegs schürt die Weltuntergangsstimmung und verschlimmert die Existenzängste der Expressionisten. Sie thematisieren vor allem das Ende der Welt, den Verlust der Persönlichkeit und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Auch die gesellschaftlichen Machtmechanismen und die Großstadtproblematik (Enge, Hektik, Isolation und Anonymität) in Bezug auf die wachsende Industrialisierung werden heftig kritisiert.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) ist das einschneidende historische Ereignis in dieser Periode, Der bewaffnete Konflikt markiert einen Epochenbruch und eine Wendung. Mehr als dreißig Staaten mit circa 60 Millionen Soldaten sind an dem Konflikt direkt oder indirekt beteiligt. Ungefähr 10 Millionen Soldaten kommen um, circa 20 Millionen werden verwundet. Die Zahl der zivilen Toten, der Flüchtlinge und Zwangsumgesiedelten beträgt ebenfalls mehrere Millionen. Die freigesetzte Gewalt übertrifft durch ihre Grausamkeit und Schrecklichkeit alles, was die Menschen bis dahin erlebt haben.

Die zei...

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