Die Apfelschuss-Sage

Das Motiv vom Apfelschuss findet sich in mehreren europäischen Sagen. Sie alle stimmen in zwei wesentlichen Punkten überein: Zum einen muss der Held der Sage einen Apfel vom Kopf seines Kindes schießen, zum anderen hält er einen Pfeil bereit, um im Falle eines Fehlschusses denjenigen zu töten, der ihm den Befehl zu dieser furchtbaren Tat gegeben hat. In allen Sagen gelingt jedoch der Meisterschuss.

Die Ursprünge der Sage liegen in Dänemark im Jahr 1200 verortet. In den „Gesta Danorum“ des Chronisten Saxo Grammaticus wird von dem Helden Toko berichtet, der in den Diensten des dänischen Königs Harald Blauzahn steht. Dieser wird von dem König dazu gezwungen, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Auf die Frage, warum er einen zweiten Pfeil bereitgehalten habe, entgegnet er, dass er damit den König getötet hätte, wäre durch den Schuss sein Sohn zu Schaden gekommen. Toko muss zur Strafe für seine Anmaßung eine lebensgefährliche Fahrt mit Skiern von einem Felsen unternehmen. Letztlich besteht er auch diese Probe.

In der Fassung der altnordischen Sammlung „Thidrekssaga“ steht Egil, der Bruder von Wieland dem Schmied, seinem Widersacher König Nidung gegenüber. Auf dessen Befehl hin soll Egil einen Apfe...

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