Werner, Freiherr von Attinghausen

Väterlicher Herrscher

Der Freiherr von Attinghausen wird als ein „Greis von fünf und achtzig Jahren“ beschrieben, dessen „hohe[…] edle[…] Statur“ (S. 33) bereits auf seine ehrwürdige Gesinnung verweist. Er lebt in Uri und gehört dem Schweizer Landadel an. Sein Neffe Ulrich ist seine einziger Nachkomme und Verwandter. Attinghausens hohes Ansehen äußert sich  nicht nur in der Anrede als „gnädʼgen Herrn (V. 51) oder „edeln Bannerherrn“ (V. 336), sondern zeigt sich auch darin, dass sowohl Stauffacher als auch Walther Fürst ihre Pläne für einen Aufstand mit ihm beraten wollen.

Als heimatverbundener Mann des Volkes bezeugt er den einfachen Leuten große Achtung und Wertschätzung. Demnach pflegt er nach „altem Hausgebrauch“ (V. 753) das Ritual, zusammen mit seinen Knechten den Frühtrunk aus einem gemeinsamen Becher einzunehmen. Er betrachtet seine Knechte somit weniger als von ihm abhängige Untergebene, sondern eher als seine „Kinder“ (V. 766), mit denen er väterlich und gutherzig umgeht.

Diese Form der Herrschaftsausübung bildet einen scharfen Kontrast zu der Willkürherrschaft der Vögte, die das Volk unterdrücken und misshandeln. Folglich steht Attinghausen ganz k...

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