Miller

Der konservative Kleinbürger

In den drei ersten Szenen des Stückes wird der Stadtmusikant Miller präsentiert. Er lebt mit seiner Frau und seiner einzigen Tochter Luise in einfachen Verhältnissen, aber nicht in Armut, in einem Haus in der Stadt. In den letzten Monaten hat er Ferdinand, dem Sohn des Präsidenten von Walter, Privatunterricht gegeben.

Miller ist ein konservativer Kleinbürger mit beschränktem  Intellekt. Zum Beispiel liest er nicht selbst die moderne Literatur, die nach seiner Meinung die Köpfe verdreht und die Begierde weckt. Er findet, dass die Liebesbriefe und die Bücher, die Ferdinand mitbringt, nur Verwirrung stiften und  „unchristliche“ Gedanken im Kopf seiner Tochter verursachen würden.

Ferdinand hat Flötenunterricht genommen und sich dabei in Luise, Millers Tochter, verliebt. Miller erfährt von dieser Beziehung und macht sich Sorgen darüber, dass sich diese Verbindung negativ auf seinen guten Ruf auswirken könnte. Er zweifelt auch an den Absichten Ferdinands. Er will Ferdinands Vater aufsuchen und diesen bitten, die Beziehung zwischen Ferdinand und Luise zu unterbinden.

Der patriarchalische Vater

Seine Frau ist anderer Meinung. Sie erhofft sich durch diese Beziehung den sozialen Aufstieg ihrer Tochter und lässt sich davon blenden. Als Wurm, der Sekretär des Präsidenten, der Luise auch heiraten möchte, unangemeldet ins Haus kommt, deutet sie die Verbindung ihrer Tochter zu Ferdinand an, obwohl Miller es ihr verbietet und auf sie schimpft (Szene 1, II). Er beleidigt sie und droht ihr, sie mit seiner Geige zu erschlagen. Er ist das patriarchalische Oberhaupt der Familie und bestimmt alles in besserwisserischer Art und Weise. Seine Frau hat in der Beziehung nicht viel zu sagen. Ihr Platz sei in der Küche und sie solle für den Haushalt sorgen, meint Miller.

Miller ist nicht begeistert von Wurm und wünscht ihn sich auch nicht als Schwiegersohn. Er will seine Tochter nicht zur Ehe zwingen. Gleichzeitig befürchtet er, Wurm gebe die Informationen an den Präsidenten und allgemein am Hof weiter und missbrauche sein Wissen, um eine Intrige anzuzetteln. Damit har er recht, da ein Diener des Präsidenten schon vor der Tür steht (Szene 4, II). Er fürchtet das Schlimmste und  gerät in P...

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