Misstrauen und Verrat

Misstrauen als höfisches Grundelement

Im Konflikt zwischen Vater und Sohn zeigt sich das große Misstrauen, das Philipp seinem Sohn entgegenbringt. Der argwöhnische spanische König glaubt, dass ihn seine Frau betrogen und alle ihm nahestehenden Personen ihn verraten haben (siehe Abschnitt „Vater- und Sohn Konflikt). Daher gibt er beispielsweise auch die Anweisung, alle Post zu öffnen, die nach Brabant geht (S. 96).

Der König im Stück zeigt viele gemeinsame Züge mit dem realen Phillip II., der ein schüchterner und menschenscheuer Einzelgänger war und ein ständiges Misstrauen gegenüber seiner Umgebung hegte. Er war ein Meister der Intrige und ließ Favoriten am Hof dann plötzlich fallen, wenn sie seine Gunst nicht mehr hatten.

Überall am Hof misstrauen die Höflinge einander und Verrat und Betrug sind an der Tagesordnung. Das Misstrauen in Schillers Drama Don Karlos wird vor allem durch die Figuren Pater Domingo, Herzog von Alba und Prinzesse von Eboli gesät, die wiederum den anderen Personen am Hofe nicht vertrauen.

Der Beichtvater des Königs, Pater Domingo, misstraut sowohl dem freidenkenden Kronprinzen Karlos als auch der Königin. Er glaubt, dass die französische Prinzessin Elisabeth nur darauf wartet, Rache an Philipp zu üben, sobald dieser Schwäche zeigt (S. 80). Aufgrund dieser feindlichen Einstellung verbündet er sich mit Alba, um die beiden gemeinsam ins Verderben zu stürzen, damit seine eigenen Pläne nicht gefährdet werden: „…in eine Schlinge stürzen beide“ (S. 80).

Schon lange hat Domingo einen Plan dafür ausgedacht und er will die Prinzessin von Eboli dafür manipulieren, damit sein Plan aufgeht. Der Herzog von Alba ist begeistert und bewundert den Mönchen Domingo für seine Überlegungen (S...

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