Vergleich zwischen Don Karlos und Die Leiden des jungen Werther

Zeit und Form

Zwei Fassungen Schillers Die Leiden des jungen Werther des Werkes stehen zur Verfügung: Eine aus dem Jahr 1774 und eine überarbeitete Version aus dem Jahr 1787, bei der auch das Genitiv-s im Titel entfernt wurde. Die eindeutigste formale Änderung in der zweiten Fassung ist die Einfügung der Episode des Bauernburschen, der aus Eifersucht seinen Nebenbuhler umbringt. Goethe brach an dieser Stelle die homodiegetische Erzählhaltung auf und nutzt eine heterodiegetische Erzählstimme, die Werthers Verhalten in dieser Situation von außen beschreibt. Neben diesem Einschub und den Briefen finden sich sonst nur kleinere Anmerkungen und kurze Berichte des Erzählers in der überarbeiten Version.

Der Briefroman ist in zwei Hälften aufgeteilt:  Das erste Buch behandelt den Zeitraum vom 4. Mai 1771 bis zum 10. September 1771, das zweite Buch den Zeitraum vom 20. Oktober 1771 (Umzug in die Stadt D..) bis zum 24. Dezember 1772.

Ein Vergleich zwischen Schillers Don Karlos und Die Leiden des jungen Werther von Goethe bietet sich aus zwei Gründen an: Zum einen gilt Goethes „Werther“ als eines der bekanntesten Werke des Sturm und Drang, das auch Schiller stark beeinflusste, zum anderen bildete Goethe zusammen mit Schiller, Wieland und Herder später das „Viergestirn“ der Weimarer Klassik. In „Werther“, das ganze dreizehn Jahre vor Schillers „Don Karlos“ erschien, sind die zentralen Elemente des Sturm und Drang noch wesentlich ausgeprägter nachweisbar als im Drama von Schiller.

Während sich Schillers Drama Don Karlos auf historische Personen bezieht, wie beispielsweise auf Philipp, Elisabeth, Karlos und den Herzog von Alba, ist Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ reine Fiktion. Die äußere Form der zwei Werke ist völlig anders gestaltet. Während Schiller Don Karlos ...

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