Die Zeit der Räuber in Deutschland

Kriege und Feudalismus

Zu Schillers Zeiten begünstigten die kriegerischen Auseinandersetzungen, wie die Konflikte zwischen zahlreichen Territorialstaaten oder der Siebenjährige Krieg, die Auflösung der Sozialstrukturen und damit auch die zunehmende Kriminalität. Menschen aller Schichten wurden aus ihrer Heimat entwurzelt und fanden in den etablierten Gemeinden der Dörfer und Städte keinen Platz mehr.

Zu dieser Zeit war das Räubertum in Deutschland weit verbreitet. Der Feudalismus, in dessen Rahmen die Mächtigen die einfachen Leute ausbeuteten und enteigneten, verstärkte das Phänomen: Die Räuber wollten mit ihren kriminalistischen Machenschaften das zurückerobern, was ihnen genommen wurde. Hierzu blieb ihnen nur die Existenz am Rande der Gesellschaft.

Die Räuberbanden siedelten sich häufig an Handelswegen entlang der Grenzen zwischen den deutschen Territorien an. Vor allem die unbewachten, sogenannten »grünen« Übergänge boten mit ihrer Abgeschiedenheit ideale Verstecke. Hier machten die Banden gleich ganze Regionen unsicher.

Große Delikte waren jedoch eher selten, stattdessen verübten sie vor allem Diebstähle oder Betrügereien, welche vornehmlich dem Überleben dienten. Die wenigen Schwerverbrechen machten jedoch schnell die Runde und wurden zu Legenden ausgeschmückt. Diese und ähnliche Geschichten prägen noch heute das Bild des Räubertums.

Die Berufsbanden

Neben den Berufsbanden gab es auch vorübergehende Interessengemeinschaften, die aus der Not heraus entstanden. Ihre Mitglieder wechselten häufig und taten sich schwer gegen die professionelle Konkurrenz. Einzeltäter mit einem kriminellen Ruf fanden dagegen schnell Anschluss an eine der Profibanden. Ihre Erfahrungen, Ortskenntnisse und Beziehungen waren sehr gefragt. So geht es auch Christian Wolf, als er auf der Flucht einem Räuberhauptmann begegnet. Nachdem er sich als der berühmt-berüchtigte Sonnenwirt zu erkenne...

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