Epoche

Das Dokument „Epoche“ ordnet Schillers Erzählung Verbrecher aus verlorener Ehre (1786) in den zeitgeschichtlichen Hintergrund ein. Zunächst werden die Bedingungen beschrieben, unter denen das Werk entstand und veröffentlicht wurde. Der ursprünglich andere Titel sowie die inhaltlichen Abänderungen spielen ebenso eine Rolle wie die Inspirationen und Vorbilder. Besonders bedeutend ist Schillers Bezugnahme auf die historische Geschichte des Räubers und Mörders Johann Fridrich Schwan.

Anschließend wirft der Text einen Blick auf das damalige Räubertum, welchem auch Schillers Hauptfigur für einige Zeit angehört. Neben dem sozialgeschichtlichen Kontext werden der Alltag der Räuber sowie deren Bandenstruktur näher beschrieben.

Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem kriminologischen bzw. strafgeschichtlichen Hintergrund. Hierbei wird auf das damalige Strafgesetzbuch eigegangen, welches nur wenig mit der heutigen Justiz gemein hat. Besonderes Augenmerk gilt Schillers Kritik an den Gesetzen und deren Missachtung der sozialpsychologischen Ursachen eines Verbrechens. Darüber hinaus werden andere Werke, in denen sich der Dramatiker mit der psychologischen Kriminalistik auseinandersetzt, näher beschrieben.

Im darauffolgenden Teil wird der Frage nachgegangen, wie Der Verbrecher aus verlorener Ehre sowohl genrespezifisch als auch epochengeschichtlich eingeordnet werden kann. Zunächst werden die Merkmale der Kriminalgeschichte im Werk herausgehoben. Anschließend erfolgt eine Einordnung in die Ansichten und Bewegungen der Aufklärung – bevor im nun folgenden Teil das Werk die Charakteristiken der Novelle untersucht werden.

Der letzte Abschnitt des Kapitels „Epoche“ klärt den Leser darüber auf, wie Schillers Erzählung zu Lebzeiten und darüber hinaus aufgenommen und weiterentwickelt wurde.