Christian Wolf

Der hässliche Halbwaise

Christian Wolf ist die Hauptfigur aus Friedrich Schillers Erzählung Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Zu Beginn der Handlung ist er zwanzigjährig, am Ende der Geschichte ca. 25 bis 26 Jahre alt. Als Vorbild für die Figur diente Schiller der Mörder und Räuber Johann Friedrich Schwan.

Christian Wolfs äußeres Erscheinungsbild ist unansehnlich und abstoßend: „eine kleine unscheinbare Figur, krauses Haar von einer unangenehmen Schwärze, eine plattgedrückte Nase“ (S. 12). Seine Oberlippe wurde zudem durch den Tritt eines Pferdes verunstaltet (ebd.). Der Körperbau des Protagonisten ist zart und schwächlich, was ihn für schwere Arbeiten untauglich macht (S. 14).

Auch bei den Frauen hat der Jüngling aufgrund seiner Hässlichkeit nur geringe Chancen (S. 12). Stattdessen machen sich die anderen über ihn lustig (ebd.). Freundschaft und Liebe bleiben ihm verwehrt. Der Schmach und Zurückweisung begegnet Wolf mit Frechheit und Schlagfertigkeit: „Er wollte ertrotzen, was ihm verweigert war; weil er mißfiel, sezte er sich vor, zu gefallen“ (ebd.).

Wolfs verstorbener Vater hinterließ ihm und seiner Mutter eine Gastwirtschaft mit dem Namen „Sonne“. Aus diesem Grund wird er später der "Sonnenwirt" genannt. Hier hilft er bis zu seinem zwanzigsten Lebensjahr aus. Die Geschäfte laufen jedoch schlecht, weshalb die Familie verarmt ist (ebd.). Dem jungen Mann fehlt es an Energie und Interesse, um die Gaststätte vor dem finanziellen Ruin zu retten (S. 13).

Stattdessen verbringt der faule Christian viele Stunden mit Nichtstun (S. 12/13) sowie damit, die Aufmerksamkeit von Gleichaltrigen zu gewinnen. Er ist in Johanne, ein Mädchen aus armem Hause, verliebt. Als seine Auserwählte Johanne ihn verspottet, versucht er, ihr mit Geschenken zu imponieren. Da ihm hierzu jedoch die Mittel fehlen, entschließt er sich, „honett zu stehlen“ (S. 13).

Vom verachteten Wilddieb zum rachsüchtigen Menschenmörder

Christian Wolf versucht sich schließlich im angrenzenden Wald als Wilddieb. Seine Beute macht er zu Geld, mit dem er Geschenke für Johanna kauft (ebd.). Doch auch der Jägerbursche Robert hat es auf die Gunst des Mädchens abgesehen (ebd.). Hinterlistig beobachtet er seinen Rivalen und überführt ihn seiner Vergehen. Zunächst kommt Wolf mit einer Geldstrafe davon und setzt die Wilderei fort. Doch schließlich gelingt es seinem Nebenbuhler, ihn hinter Gitter zu bringen (S. 14).

Nach einem Jahr Gefangenschaft kehrt Wolf in seine Heimat zurück. Er hofft auf einen Neustart mit Johanna und seinen ehemaligen Mitbürgern. Doch die Bewohner seines Geburtsortes meiden ihn (ebd.). Der trotzige Jüngling gibt nicht auf und will sein Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen. Seine Versuche, als Tagelöhner Fuß zu fassen, scheitern jedoch. Überall lehnt man ihn ab (ebd.). Schließlich wird der verbitterte Wolf erneut zum Wilddieb. Da die Gesetze inzwischen verschärft wurden, lautet sein nächstes Urteil drei Jahre Haft. Bei einer zukünftigen Wiederholungstat droht ihm sogar die Todesstrafe (ebd.).

Die Zeit im Gefängnis verändert den jungen Mann sehr. „Ich betrat die Vestung […] als ein Verirrter und verließ sie als ein Lotterbube“ (S. ...

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