Charakterisierung

Die Figurenanalysen zeichnen alle Haupt- und Nebencharaktere aus Schillers Kriminalbericht Verbrecher aus verlorener Ehre (1786) möglichst detailgetreu nach. Die Hauptfigur Christian Wolf wird natürlich ausführlich geschildert. Der hässliche Halbwaise wird zuerst zu einem verachteten Wilddieb und später zum rachsüchtigen Menschenmörder und Räuberhauptmann. Dann zeigt er Reue, legt ein Geständnis ab und möchte zu den Guten gehören, aber er erhält dafür kein Verständnis von seiner Umgebung. Auch seine geliebte Johanne und sein Nebenbuhler Robert werden gründlich beschrieben. Der Erzähler, der Torschreiber, der Richter und die beiden jungen schönen Mitglieder der Bande, Margarete und Marie, werden außerdem unter die Lupe genommen.

Zu den Beschreibungsmerkmalen gehören neben dem Alter und der äußeren Erscheinung auch die soziale und familiäre Herkunft sowie die Charaktereigenschaften und Neigungen. Im »Verbrecher aus verlorener Ehre« spielt insbesondere die Frage nach den guten und bösen Eigenschaften eine zentrale Rolle.

Darüber hinaus unterstützen die Charakterisierungen bei dem Bemühen, die Motive und Verhaltensweisen der Personen besser nachvollziehen zu können. Hierzu werden auch die Gefühle und Gedanken der Charaktere herausgearbeitet. Auch wird deutlich, in welcher Beziehung die Figuren zueinander stehen und welche Entwicklung sie im Laufe der Handlung durchlaufen.

Alle Details verhelfen dabei, sich ein einheitliches Bild von der Figur zu machen. Die Beschreibungen bleiben nahe am Text und werden mithilfe von Zitaten noch verständlicher und zugänglicher gemacht. Da Schiller mit seiner Erzählung den Anspruch einer sozialpsychologischen Ursachenforschung erhebt, wird ein besonderes Augenmerk auf die Handlungsmotive der Figuren sowie deren gesellschaftliche und emotionale Umstände gerichtet. Mit unserem E-Book kannst Du Dich gründlich auf Prüfungen oder Klausuren vorbereiten!