Sprache und Stilmittel

Bildhaftigkeit der Sprache

Viele von Schillers Sätzen enthalten Metaphern, Allegorien oder Personifikationen. Diese rhetorischen Figuren umschreiben bildhaft einen abstrakten Begriff oder Sachverhalt. Insbesondere aus der Perspektive Christian Wolfs heraus geht mit jenen Stilmitteln eine unterschwellige Form der Dramatik und des Pathos einher. Auch der Erzähler selbst beschreibt mit ihnen vornehmlich die missliche Gefühlslage des Protagonisten.

Wolfs zunehmend schlechte Situation bei den Räubern wird beispielsweise mithilfe einer Allegorie verdeutlicht: „[…] das gräßliche Gespenst des Argwohns rasselte hinter ihm, wo er hinfloh, peinigte ihn, wenn er wachte, bettet sich neben ihm, wenn er schlafen ging, und schreckte ihn in entsetzlichen Träumen“ (S. 29). Die Metapher des Gespenstes dient hier neben der Verbildlichung der nächtlichen Schlaflosigkeit vor allem der Illustration von Angst und Misstrauen, welche Wolf gegenüber seiner Bande verspürt und denen er sich nicht entziehen kann.

Ein ähnliches Bild lässt sich einige Seiten zuvor am Ende der Mordszene finden. Auch hier beschreibt das Stilmittel der Allegorie den inneren Gemütszustand des Protagonisten: „Tausend gräßliche Gestalten gingen an mir vorüber, und schlugen wie schneidende Messer in meine Brust.“ (S. 21). An dieser Stelle verkörpern die furchterregenden Wesen Wolfs Gewissensbisse nach der Tat. Beide Allegorien tragen zu Spannung und Dramatik der Situation bei.

Darüber hinaus arbeitet Schiller mit dem Mittel der Personifikation, also der Vermenschlichung, von abstrakten Begriffen. Hierbei handelt es sich häufig um Schlüsselwörter, welche f...

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