Analyse der Mordszene

Ein Wendepunkt

Christian Wolf sinnt nach seiner Haftentlassung auf Rache und will nun aus freien Stücken seinem schändlichen Ruf gerecht werden. Er setzt das Wildschießen fort, da er die Hoffnung, ehrliche Arbeit zu erhalten, begraben hat. Als er die Fährte eines Hirsches verfolgt, entdeckt er plötzlich und unvermittelt seinen Erzfeind Robert im Unterholz. Der Jägerbursche steht direkt in seiner Schusslinie und Wolf hadert lange damit, ihn zu erschießen. Erst nach minutenlangem Zögern gibt er schließlich den tödlichen Schuss ab.

Die Mordszene stellt im gesamten Verlauf der Geschichte einen Wendepunkt dar. Bisher hatte sich der Sonnenwirt lediglich der Wilderei schuldig gemacht und diese Taten bereits verbüßt. Nun steht er an der Schwelle zu einem schweren Verbrechen. Darüber hinaus versetzt ihn die Situation dazu in die Lage, eine Entscheidung zu treffen. Will er die bisherige kriminelle Karriere hinter sich lassen oder führt er sie in noch schärferem Maße fort? Schiller hebt den zwiespältigen Charakter seiner Figur, dessen Ambivalenz zwischen Gut und Böse, in diesem Abschnitt besonders hervor.

Inside-Out-Technik

Um die Szene richtig einzuordnen, ist es hilfreich, sich an Schillers wissenschaftliche Einführung zu erinnern. Der Autor entwirft mit der Begegnung im Wald das Bild einer emotionalen Extremsituation, wie er sie bereits im Vorwort angedeutet hat. Hierzu gewährt er beispielhaft die von ihm angekündigten Einblicke in die menschliche Seele. Die unveränderliche Grundstruktur der Psyche offenbart nun aufgrund der Zuspitzung der Umstände...

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