Friedrich Hebbel

Christian Friedrich Hebbel wird am 18. März 1813 in Wesselburen (Dithmarschen) als Sohn eines Tagelöhners, der Maurer war, geboren. Wegen einer nicht eingelösten Bürgschaft des Vaters muss die Familie Hebbel ihr Haus verlassen und sie lebt danach unter ärmlichen Verhältnissen.

Der junge Christian Friedrich beginnt eine Maurerlehre, aber nach dem Tod seines Vaters tritt der vierzehnjährige Christian Friedrich in die Dienste des Kirchspielvogts Mohr. Bei ihm wohnt er in den nächsten sieben Jahren und avanciert vom Laufburschen zum Kirchspielschreiber mit eigener Schreibstube. Er träumt davon, Schauspieler zu werden, und beginnt, seine ersten Gedichte zu schreiben, welche zum Teil im Ditmarscher und Eiderstedter Boten erscheinen.

Die Schriftstellerin und Herausgeberin Amalie Schoppe wird auf den jungen Dichter aufmerksam. Sie veröffentlicht ab 1832 seine Gedichte in ihrer Zeitschrift und veranlasst den jungen Autor, nach Hamburg zu ziehen. Hier lernt Hebbel 1835 die neun Jahre ältere Näherin Elise Lensing kennen, die seine Gefährtin und Gönnerin bis 1846 sein wird. Mit ihr wird er 1840 und 1846 zwei Söhne bekommen, von denen der Erste im frühen Alter stirbt.

Dank eines Stipendiums beginnt Hebbel 1936 ein Jura Studium in Heidelberg, wo er sich mit dem französischen Philosophen Emil Rousseau befreundet. Inzwischen hat sich der arme Student entschieden, sich dem Studium der Philosophie zu widmen. Er begibt sich im selben Jahr im Herbst zu Fuß über Straßburg und Tübingen, wo er Ludwig Uhland trifft, nach München.

In München versucht der Dichter vergeblich, einen Verlag für seine Gedichte und Erzählungen zu finden. Er arbeitet dort als Journalist für Cottas "Morgenblatt für gebildete Stände". Doch aus Geldnot muss er sein Studium abbrechen. Im Frühjahr 1839 wandert er zwanzig Tage zu Fuß, um nach Hamburg zurückzukehren. Er kommt krank dort an und findet Elise Lensing wieder, die ihn pflegt. Er bekommt bald eine Stelle als Rezensent bei der Zeitschrift Der Telegraph.

In Hamburg schreibt Hebbel seine ersten Dramen "Judith" und "Genoveva", die von Julius Campe veröffentlicht werden. Sein Trauerspiel "Judith" wird 1840 am Königlichen Hoftheater in Berlin mit Erfolg aufgeführt. 1843 reist der Dichter nach Kopenhagen. Er lernt Hans Christian Andersen kennen und erhält im Dezember eine Audienz bei König Christian VIII., der ihm ein Stipendium für eine zweijährige Bildungsreise gewährt. 

Hebbel reist 1843 nach Paris, wo er Heinrich Heine kennenlernt und wo er das Schauspiel "Maria-Magdalena" 1844 verfasst. Im gleichen Jahr promoviert die Universität Erlangen den Dichter in Abwesenheit aufgrund einer eingesandten Dissertation zur Dramentheorie zum Dr. phil.

Nach Aufenthalten in Rom und Neapel gelangt der verarmte Friedrich Hebbel 1845 schließlich nach Wien, wo er sich in die berühmte Burgschauspielerin Christine Enghaus verliebt. Er heiratet sie im folgenden Jahr und erhält bald mit ihr einen Sohn, der früh stirbt, und später eine Tochter.

In Wien wohnt Hebbel den Rest seines Lebens in gesicherten finanziellen Verhältnissen. Er unternimmt in den kommenden Jahren oft mit seiner Frau viele Reisen und kauft 1855 auch ein Sommerhaus in Orth bei Gmunden/Traunsee. Hebbel arbeitet als Journalist und wendet sich seinem literarischen Schaffen zu.

In den kommenden Jahren verfasst der anerkannte Schriftsteller seine Dramen "Agnes Bergnauer" (1851), "Gyges und sein Ring" (1854) und die "Nibelungen" (1850-1860). Er erhält bereits zu Lebzeiten große öffentliche Anerkennung für sein Werk, die sich unter anderen in der Verleihung des neu geschaffenen Schillerpreises ausdrückt. Christian Friedrich Hebbel stirbt am 13. Dezember 1863 in Wien im Alter von nur 50 Jahren nach einer schweren Erkrankung.

Auswahl Friedrich Hebbels Werke

Judith, 1840

Der Diamant, 1841

Maria Magdalena, 1843

Schnock, 1848

Herodes und Mariamne, 1848

Agnes Bernauer, 1851

Gyges und sein Ring, 1854

Mutter und Kind, 1857

Die Nibelungen, 1861

Demetrius (erscheint 1864 posthum als Fragment)

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