Zufall

Was ist Zufall?

Das zentrale Element in der Wette zwischen Bärlach und Gastmann verkörpert der Zufall. Beide Kontrahenten beanspruchen für sich, dessen Macht aufseiten ihrer jeweiligen These zu haben. Dass der Zufall „in alles hineinspielt“ (67) und daher die Planung des perfekten Verbrechens unmöglich macht, ist die Behauptung des Kommissärs. Gastmann hingegen, „mehr, um zu widersprechen, als überzeugt“ (67), sieht den Zufall verknüpft mit der „Verworrenheit der menschlichen Beziehungen“ (67). Diese ermöglichen es, so Gastmanns Gedanke, aus undurchschaubarem Chaos heraus das perfekte Verbrechen zu begehen.

Allgemein lässt sich ein Zufall als ein Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse definieren, für das keine Erklärung im Sinne des Zusammenspiels von Ursache und Wirkung gegeben werden kann. Da eine Erklärung immer vom Standpunkt mindestens einer Person abhängig ist, läuft sie generell auf allgemein akzeptierte Gesetzmäßigkeiten oder die Absichten anderer handelnder Personen hinaus.

Streng genommen wird also mit der Bezeichnung ‚Zufall‘ auf eine Erklärung verzichtet. Dies kann zwangsläufig dann geschehen, wenn derjenige, der die Erklärung abgibt, tatsächlich keine Zusammenhänge erkennt, die zu dem betreffenden Ereignis geführt haben könnten. Möglich ist aber ebenso, dass der Erklärende durchaus die Ursache und Wirkung des Ereignisses durchschaut, jedoch ein berechtigtes Interesse daran hat, diese Erkenntnis zu ve...

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