Wette

Der Abschluss der Wette

Zum einen ist die Wette, die Bärlach und Gastmann „vierzig Jahre“ (65) vor der Handlung des Romans miteinander geschlossen haben, bestimmend für ihr beider Leben. Zum anderen ist sie aber auch ausschlaggebend für alle Ereignisse im Text. Denn schließlich stellt der Mordfall Schmied lediglich das letzte Kapitel in dem langjährigen Kräftemessen zwischen dem alternden Kommissär und dem selbst ernannten „Abenteurer“ (65) dar.

Bärlach hat mit Schmied seine „letzte Hoffnung“ (116) verloren, Gastmann auf legale Weise „zu stellen“ (116). Gastmann muss hingegen nun mit allen Mitteln versuchen, nicht als Mörder Schmieds dazustehen, um nicht doch noch als Verbrecher enttarnt zu werden. So geht der Kampf zwischen den beiden alten Widersachern in die letzte Runde. Durch diese Thematisierung der Wette als buchstäblichen Wettstreit bewegt sich der Text im Bildbereich des Spiels und bedient sich der entsprechenden Metaphern.

In dieser Hinsicht kann bereits der Abschluss der Wette als Sprachspiel charakterisiert werden, das festen Regeln folgt: Die beiden Kontrahenten Bärlach und Gastmann stellen „in irgendeiner verfallenden Judenschenke am Bosporus“ (65) ihre unterschiedlichen Thesen über die Möglichkeit des perfekten Verbrechens einander gegenüber.

Gastmann behauptet, „daß gerade die Verworrenheit der menschlichen Beziehungen es möglich mache, Verbrechen zu begehen, die nicht erkannt werden könnten“ (67). Bärlach ist hingegen der Meinung, dass der „Zufall, der in alles hineinspielt, […] die meisten Verbrechen zwangsläufig zutage fördern müsse“ (67). Die Voraussetzungen und Folgen der Thesen sind also auf beiden Seiten wohlbedacht und schlüssig.

Vermutlich deswegen kommen Gastmann und Bärlach zu keinem Ergebnis, ersichtlich daran, dass sie „nun weiterstritten“ (67). An diesem Punkt scheinen ihnen die Argumente entweder auszugehen oder nicht mehr auszureichen. Alkoholisiert „von den höllischen Bränden...

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