Die Sprache der Namen

Neben den großen Themenkomplexen, die der Roman verhandelt, erweisen sich zudem auch viele kleinere Elemente auf unterschiedlichen Ebenen als Handlungsknotenpunkte und Bedeutungsträger. Das offensichtlichste Beispiel hierfür bieten die Namen der Figuren. Sie können als sogenannte sprechende Namen bezeichnet werden, da sie mit den grundlegenden Charakteristika der Figuren spielen, denen sie zugeordnet sind.

Hans Bärlach

Der Name des Kommissärs signalisiert durch seine Schlichtheit die sprichwörtliche Schweizer Gemütlichkeit. Der Leser neigt unter anderem auch aufgrund dieser Namensgebung dazu, in dem alten Polizeibeamten zunächst einen behäbigen Bären zu sehen. Dass dies zu den vielen Strategien des Textes zählt, mit denen er seine Leser hinters Licht führt, liegt auf der Hand. Denn wie der „Kater“ (21), mit dem der Kommissär sich selbst sehr früh vergleicht, ist auch der Bär am Ende ein Raubtier. Wie viele andere Dinge, die Bärlach als Figur im Laufe des Textes aktiv in die Wege leitet, erweist sich also auch sein eigener Name im Rückblick bereits von Anfang an als Falle.

Gastmann

Der wahre Name von Bärlachs Gegenspieler bleibt dem Leser hingegen durchgängig verborgen. Bei ihrer ersten Begegnung im Text entlarvt der Kommissär diesen Namen als ein Pseudonym: „Du nennst dich jetzt Gastmann“ (64). Zwar spielt dieser (im Grunde namenlose) Schwerverbrecher durchaus die Rolle eines ausländischen Gastes in der Schweiz und agiert zugleich als Gastgeber für wirtschaftspolitische Verhandlungen. Doch gerade dadurch wohnt se...

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