Interpretation

Dürrenmatts Kriminalroman Der Richter und sein Henker ist sehr speziell aufgebaut und hat eigentlich zwei wichtige Verbrechen zum Inhalt. Am Anfang der Erzählung ist Polizeileutnant Schmidt ermordet worden und am Ende des Romans schießt Schmidts Mörder, Kriminalassistent Tschanz, den Verdächtigten für Schmidts Mord, den einflussreichen Gastmann.

Um die Handlung und die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren verstehen zu können, ist es notwendig, eine Zeitreise vorzunehmen und auf diese Weise etwas über die Wette, die der Kommissar Bärlach und Gastmann in einer Judenschenke am Bosporus abschließen, zu erfahren. Die Bedingungen für diese ungeheuerliche Abmachung werden in unserer Interpretation intensiv untersucht.

Die Wette verkörpert ein zentrales Element in der Geschichte, denn sie ist auch vierzig Jahre später noch immer in der Erinnerung der beiden Protagonisten präsent ist. Der methodische Kriminalist Bärlach bleibt dem schlauen Verbrecher unablässig auf den Fersen. Der konstruierte und der vermeintliche Zufall in der Geschichte werden anschließend detailliert untersucht.

Dürrenmatts kriminalistische Erzählung Der Richter und sein Henker wirft in ihrer Thematisierung von Recht und Verbrechen mehrere grundlegende philosophische und moralische Fragen auf, mit denen sich die Menschheit immer wieder beschäftigt. Im Anschluss daran wird leicht verständlich geklärt, auf welche Art und Weise der Roman dabei die Frage nach der Gerechtigkeit und den Grenzen zur Selbstjustiz verhandelt und beantwortet.

Mit der Bedeutungserläuterung der sprechenden Namen im Text und der Erklärung, wie und warum sich die wichtigen Figuren zueinander wie Spiegelbilder verhalten, liefert unsere eingehende Interpretation zudem tiefergehende Einblicke, die nicht in jeder handelsüblichen Lektürehilfe zu finden sind. Sie bietet eine fundierte Grundlage für die Interpretation im Deutschunterricht und für die Vorbereitung auf Klausuren oder Prüfungen.