Der Richter und sein Henker als Werk der Postmoderne

Friedrich Dürrenmatts Roman Der Richter und sein Henker ist ein typisches Werk der literarischen Postmoderne, also derjenigen Strömung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die die Moderne ablöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg, also zu der Zeit, als auch Dürrenmatt schreibt, setzen sich die postmodernen Schriftsteller vor allem mit dem Sinnverlust der Menschen auseinander. Dies wird in Der Richter und sein Henker an der Wette zwischen dem Kommissär Bärlach und seinem alten Widersacher Gastmann deutlich: Keinem von beiden geht es um die wirklichen Wahrheitsgehalte ihrer Überzeugungen, sie wollen lediglich beide Recht behalten.

Gastmann als erklärter Nihilist leugnet den Sinn von Gesetz und Ordnung, von Werten, ja, sogar die Existenz von Wahrheit und Wirklichkeit; und Bärlach in seiner lebenslangen Jagd nach dem alten Feind erweist sich in dieser Hinsicht als kein Deut besser. Er verkörpert nicht die klassische Heldenfigur, für die der Leser Sympathie empfindet, sondern es handelt sich bei ihm um einen komplexen postmodernen Charakter, der fragwürdige Entscheidungen trifft. Die großen Zusammenhänge zwischen internationaler Politik und Kriminalität sind in Konzentration in der persönlichen Fehde zwischen Kommissär und Schwerverbrecher zu finden. In positiver Weise entwickelt sich hier keine der zent...

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