Oskar von Schwendi

Der arrogante und aggressive Nationalrat

Oskar von Schwendi ist Nationalrat und Oberst der Schweizer Armee, auf beide Titel legt er großen Wert. Er wird eingeführt als „Advokat“ (S. 38) Gastmanns, den er bei Verhandlungen mit der Polizei vertritt. Er ist von „dicker Gestalt“ (S. 45), hat ein „aufgeschwemmtes, […] etwas einseitiges Gesicht“ (S. 36), „rotunterlaufene, verschwommene Augen“ (S. 48) und muss sich im Büro von Untersuchungsrichter Lutz mit einem „weißen Bogen“ (S. 53) Papier Luft zufächeln.

Zwar deuten bei von Schwendis erstem Auftritt der „elegante Abendanzug“ (S. 36) und sein „schwerer Ring“ (S. 36) sowie sein Nachname auf finanziellen Wohlstand hin, doch er beteuert an späterer Stelle, „durch die Großmutter mütterlicherseits von bäuerlichem Blute“ (S. 49) abzustammen.

Nachdem Tschanz Gastmanns Wachhund erschossen hat, um Bärlach zu retten, kommt von Schwendi „aufgeregt“ (S. 36) aus dem Haus und erweist sich sofort als pompös, arrogant und jähzornig. Er „grollte“ (S. 36), „donnerte“ (S. 36) und stellt gegenüber Bärlach einen beachtlichen Wortschatz an Flüchen zur Schau, vom mehrmaligen „Mano“ (S. 36 f.) über „Herrgottsdonnernocheinmal“ (S. 36) bis hin zu „Sternenhagel“ (S. 36).

Oskar von Schwendis Aggressivität, gepaart mit militärischer Strenge, äußert sich außerdem in seiner angesichts der nächtlichen Ruhestörung völlig überzogenen Drohung, die „schweizerische Armee werde sonst Ordnung schaffen“ (S. 36). Nicht nur wird von Schwendi schnell ausfallend, sondern schreckt auch vor Beleidigungen nicht zurück, wenn er Bärlach anfährt: „Wohl Separatist, he?“ (S. 36). Sogar Lutz wi...

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