Lutz

Der nachgefragte moderne Kriminalist

Dr. Lucius Lutz ist „Untersuchungsrichter“ (S. 47) und in dieser Funktion Vorgesetzter von Kommissär Bärlach, Tschanz und Ulrich Schmied. Sein „stadtbernisches Geschlecht“ (S. 8) verdankt einem „Basler Erbonkel“ (S. 8) offenbar einen gewissen Wohlstand. Lutz hält an der Universität Vorlesungen „über Kriminalistik“ (S. 8).

Lutz ist zu Beginn der Handlung von einem „Besuch der New Yorker und Chicagoer Polizei“ (S. 8) zurückgekehrt und beklagt nun „den vorweltlichen Stand der Verbrecherabwehr der schweizerischen Bundeshauptstadt“ (S. 8). Er zögert nicht, die Vorzüge, welche die US-amerikanische Verbrechensbekämpfung seiner Meinung nach aufweist, gegenüber den kruden Methoden der Schweizer „Dorfpolizei“ (S. 14) hervorzuheben.

Im Mordfall Schmied drängt der Untersuchungsrichter zur Eile, noch bevor die Untersuchungen richtig begonnen haben, und ist „nervös, da seiner Meinung nach noch nichts unternommen worden war“ (S. 13). Dadurch, dass er sich aus seiner lediglich delegierenden Position heraus anmaßt, die Problematik zu überblicken, erscheint Lutz als besserwisserisch. Dass er damit auch nicht hinterm Berg halten möchte, wird deutlich an seiner „unbändige[n] Lust, mit Bärlach über den Wert der modernen wissenschaftlichen Kriminalistik zu disputieren“ (S. 15).

Der konservative Opportunist

Der Text beschreibt Lutz zwar korrekt, jedoch auch mit einer deutlich abwertenden Note als „Beamte[n]“ (S. 8, 51) und rechnet ihn den „etwas einseitigen Naturen“ (S. 51) zu. Sein Büro hat Lutz mit Bildern von Armeen und Generälen dekoriert, auch hier anscheinend auf den Abglanz fremder Autorität hoffend. Er gehört der „Partei der konservativen liberalsozial...

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