Rezension

In Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ geht es um drei Physiker, die sich als Patienten in einer Nervenheilanstalt aufhalten. Im Verlauf des Geschehens stellt sich heraus, dass alles nicht so ist, wie es zunächst scheint. Jeder der drei Physiker hat seine Krankenschwester erdrosselt. Sie werden nicht verhaftet, denn sie gelten als geistesgestört. In Wirklichkeit geben sie nur vor, verrückt zu sein.

Die beiden Physiker Einstein und Newton sind Agenten, die von zwei Großmächten beauftragt wurden, Möbius auszuspionieren und seine Forschungsergebnisse für ihr Land zu gewinnen. Möbius, der dritte Physiker, hat nämlich die „Weltformel“ entdeckt. Die Veröffentlichung dieser Forschung könnte die gesamte Menschheit bedrohen. Kann Möbius die Ergebnisse seiner Forschung durch seinen Aufenthalt in der Abgeschiedenheit des Irrenhauses beschützen, und kann er sein Geheimnis vor einer heimtückischen Auswertung der machtgierigen Welt bewahren?

Die Komödie „Die Physiker“ wurde gleich dreifach uraufgeführt. Die Prämieren fanden am 21., 22., und 23. Februar 1962 im Schauspielhaus Zürich statt. Dürrenmatt war zu diesem Zeitpunkt bereits weltberühmt, und Kritiker aus der ganzen Welt reisten an, um sich das Stück anzusehen. In Deutschland hatte das Theaterstück einen Riesenerfolg. Es gab insgesamt 1.600 Aufführungen auf deutschen Bühnen während der Spielzeit des Stückes 1962/1963. In London wurde das Stück 1963 zum ersten Mal gezeigt, und auch hier feierte es große Erfolge.

In den USA und der Sowjetunion wurde es nur mit verhaltener Begeisterung angenommen. Dies ist jedoch auch kein Wunder, da Dürrenmatt in seiner Komödie Kritik an den beiden Großmächten übte. Trotzdem wurden „Die Physiker“ an über 40 Weltbühnen aufgeführt, und das Stück ist auch heute noch häufig im aktuellen Theaterprogramm der deutschsprachigen Theaterbühnen zu finden.

Es wurde oft kritisiert, dass Dürrenmatt die Problematik und die Angst um den Bau der Atombombe ansprach, sein Stück jedoch keine Lösung für dieses Problem bietet. Trotz dieser Kritik ist das Stück „Die Physiker“ weiterhin ein Publikumserfolg und ein Klassiker auf den deutschen Bühnen. Meiner Meinung nach sind „Die Physiker“ berechtigterweise ein Klassiker sowohl auf der Bühne als auch im Deutschunterricht, besonders wegen der unüblichen, aber bemerkenswert durchdachten Form. Das Geschehen entfaltet sich sukzessiv, deshalb liest sich das Buch wie ein Kriminalstück. Es ist witzig und spannend zugleich, dennoch verliert es nicht die ernsthafte Problematik der Verantwortung der Wissenschaft aus den Augen.