Zufall

Zur Uraufführung seiner Tragikomödie „Die Physiker“ im Jahr 1962 ließ der Verfasser „21 Punkte zu den Physikern“ erscheinen. Sie präzisieren in wenigen Worten die Hintergründe seiner Dramentheorie und beschreiben den Zufall als wesentlichen Aspekt im Entstehensprozess und in der Konstruktion des Theaterstückes.

- Die schlimmstmögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein.

Das Stück nimmt am Ende eine „schlimmstmögliche Wendung“. Möbius verbrennt seine Manuskripte. Die Irrenärztin Mathilde von Zahnd hat diese Dokumente mit der „Weltformel“ fotokopiert. Sie ist verrückt, und die Welt wird in der Zukunft zufällig vom Wahnsinn regiert. Das verantwortungsbewusste Benehmen von Möbius scheitert am Zufall.

„Ein Unfall ist zuerst unwahrscheinlich, wird dann im Verlaufe der Zeit immer wahrscheinlicher, bis er zur Wirklichkeit wird; die Kette der Umstände, Zufälle usw. hat ihre schlimmstmögliche Wendung genommen“, (Dürrenmatt, Sätze über das Theater, S. 150).

- Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen.

Der Verfasser hat in seinem Stück systematisch Zufallsfaktoren eingebaut, um dem Ablauf der Geschichte unvorhersehbare Wendungen zu geben. Sowohl der Anfang als auch das Ende in der Tragikomödie werden vom Zufall bestimmt. Möbius wäre nicht im „Les Cerisiers“, wenn er nicht zufällig die ...

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