Weltbild

Dürrenmatts Weltbild steht in engem Zusammenhang mit seiner Theaterauffassung, deshalb ist es wichtig, dieses zu erwähnen, um die theatralische Konzeption des Verfassers zu verstehen. Im Gegensatz zu Berthold Brechts positivem Weltbild ist Dürrenmatts Grundhaltung von einer pessimistischen und kritischen Weltanschauung geprägt. Für Berthold Brecht ist die Menschheit durch die politische Wirkung des Theaters veränderlich und verbesserbar: „Die heu­tige Welt ist den heu­ti­gen Men­schen nur beschreib­bar, wenn sie als eine veränderbare Welt beschrie­ben wird." (Schriften zum Theater, Brecht)

Für Dürrenmatt ist die moderne Welt im Zustand des Chaos mit einem Labyrinth zu vergleichen. Die Menschen seien orientierungslos, und die menschliche Existenz in dieser Welt sei bedroht. Die widersprüchliche Wirklichkeit sei nicht mehr zu verändern, sondern nur zu ertragen: „Wie die Zeit geworden ist, müssen wir sie ertragen. Im Ertragen können liegt die Gnade. Aber Pflicht ist: Raum zu schaffen durch den Geist." (Die theatralische Welt des Friedrich Dürrenmatt – Sechste Vorlesung 02. Juni 2003)

Der Autor glaubt nicht an den Fortschritt und an seine positiven Wirkungen. Er hat die Haltung eines pessimistischen Diagnostikers. Mit zunehmendem Alter neigt er immer stärker dazu, eine apokalyptische Sicht auf die Welt zu werfen. Angesiedelt zwischen Skepsis und Resignation, verliert er nicht ganz die Hoffnung. Der Geist, die Kunst, die heutige Dramatik hätte...

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