Komödie

Bereits nach dem Ende des Ersten Weltkrieges meinte der österreichische Dramatiker Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), das Genre der Komödie sei wegen der desaströsen Situation nach dem blutigen Ersten Weltkrieg ganz geeignet: „Nach verlorenen Kriegen muß man Lustspiele schreiben" (Hugo von Hofmannsthal / Erwin Kobel, S. 314) (angeblich nach einem Wort von Novalis). Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs drückte der amerikanische Dramatiker Eugene O'Neill (1888-1953) ähnliche Gedanken aus: „Jetzt ist die Zeit für Komödien gekommen. Es werden sehr bittere Komödien sein" (DIE ZEIT Archiv / Jahrgang: 1952 / Ausgabe: 38), (1945). Dürrenmatt hat dieses Konzept aufgegriffen: „Uns kommt nur noch die Komödie bei.“

Der schweizerische Autor meint, die klassische Tragödie biete keine geeignete zeitgenössische Theaterform an. Sie könne die komplexe und vom Einzelnen nicht durchschaubare Wirklichkeit nicht abbilden. Die Tragödie verlange verantwortliche Helden, die frei in einer überschaubaren Welt entscheiden könnten. In dem chaotischen Atomzeitalter könne die Tragödie die Ohnmacht des Menschen nicht mehr widerspiegeln. Die heutigen He...

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