Epoche

Friedrich Dürrenmatt verfasst sein berühmtes Stück Die Physiker im Jahre 1961 in einer Periode, die von Angst und Konflikten geprägt ist. Der Koreakrieg, der Mauerbau in Berlin und die Kubakrise bilden die Brennpunkte der damaligen Aktualität. Das Wettrüsten der Supermächte nimmt zu und das Verhältnis der beiden Blocks zueinander verschärft sich. Mit dem Kalten Krieg im Hintergrund und mit der Zündung der zwei Atombomben über Hiroshima und Nagasaki in der Erinnerung lässt der Autor seine groteske Komödie 1962 uraufführen.

Die Komödie enthält offensichtliche zeitgeschichtliche Anspielungen. Die aggressive Kriegspolitik der Großmächte wird auf das Irrenhaus übertragen. Der Patient und Physiker Möbius hat die Weltformel entdeckt und diese wird von zwei Supermächten begehrt. Es gelingt ihm, die beiden Agenten der Supermächte, die ebenfalls Physiker sind und im Sanatorium im gleichen Gebäude leben, davon zu überzeugen, dass seine für die Menschheit gefährliche Erfindung geheim bleiben muss. Alles scheint nun geregelt, aber dann tritt der Zufall ein und provoziert das schlimmstmögliche Ende.

Unser Dokument „Epoche“ schildert den historischen Hintergrund, den Kalten Krieg und die nukleare Eskalation des Konflikts zwischen den USA und der Sowjetunion. Dann werden die geschichtlichen Hintergründe der Komödie erläutert und zuletzt wird erklärt, warum Die Physiker (1961) als Werk der Postmoderne betrachtet werden kann.