Charakterisierung Möbius

Sanatorium und Studium

Der vierzigjährige Johann Wilhelm Möbius verkörpert die Hauptperson in Dürrenmatts Komödie Die Physiker. Er lebt seit 15 Jahren Patient in dem Sanatorium „Les Cerisiers“ und sein Zustand ist in dieser Zeit gleich geblieben, berichtet die Leiterin des Sanatoriums (S. 29). Sie beschreibt ihn als harmlos (S. 29), für die Außenwelt interessiert er sich kaum noch (S.33). In einer Regieanweisung wird Möbius als „unbeholfener Mensch“ (S. 35), der nichts zu begreifen scheint, präsentiert.

Er lebt gemeinsam mit zwei anderen Physikern im alten Gebäude des Sanatoriums und wohnt in Zimmer eins. In der Regieanweisung zum ersten Akt wird das Leben des drei Physiker so geschildert: „Sie leben für sich, jeder eingesponnen in seine eingebildete Welt, nehmen die Mahlzeiten im Salon gemeinsam ein, diskutieren bisweilen über ihre Wissenschaft oder glotzen still vor sich hin, harmlose, liebenswerte Irre, lenkbar, leicht zu behandeln und anspruchslos“ (S. 13).

Möbius ist als armes Waisenkind aufgewachsen. Er hat seine Exfrau Lina im Haus ihrer Eltern kennengelernt, in dem er ein Mansardenzimmer mietete.  Damals war er Gymnasiast und 15 Jahre alt. An seinem 20. Geburtstag heiratet er Lina. Lina hat ihm das Abitur und das Physikstudium durch finanzielle Unterstützung ermöglicht und für die Kosten seines Aufenthalts im Sanatorium ist sie auch aufgekommen (S. 33 ff.). Vor drei Jahren hat Lina sich scheiden lassen.

Möbius und Lina haben drei gemeinsame Söhne, den sechzehnjährigen Adolf-Friedrich, den fünfzehnjährigen Wilfried-Kaspar und den vierzehnjährigen Jörg-Lukas. Aufgrund seiner angeblichen Geisteskrankheit und seiner freiwilligen Unterbringung im Sanatorium hatte Möbius sie in den letzten fünfzehn Jahren nicht gesehen.

Der geniale Physiker

Möbius wird als genialer Physiker beschrieben. Diese ungewöhnliche intellektuelle Fähigkeit hat er bereits als Student bewiesen (S. 52). Wie er selbst seinen beiden Kollegen Newton und Einstein berichtet, hat er in den letzten fünfzehn Jahren das Problem der Gravitation gelöst, die „einheitliche Feldtheorie“ und das „System für alle möglichen Erfindungen“ entwickelt (S. 69).

 Im Irrenhaus hat Möbius das geschafft, was „Horden gut besoldeter Physiker in riesigen staatlichen Laboratorien seit J...

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