Charakterisierung Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd

Die reiche Alleinerbin

Die Psychiaterin, Fräulein Dr. h. c. Dr. med. Mathilde von Zahnd, ist die Leiterin und die Besitzerin des Sanatoriums „Les Cerisiers“. Die etwa 55-jährige (S. 24), unverheiratete bucklige Ärztin tritt im weißen Kittel und mit Stethoskop auf (S. 12). Sie raucht Zigaretten. Sie ist sie kinderlos geblieben und beschreibt sich selbst als eine alte unfruchtbare Jungfrau (S.85).

Die Ärztin ist die letzte Vertreterin einer alten einflussreichen Adelsdynastie (S. 12) und das Sanatorium war einst eine Villa, die ihre Familie als Sommerresidenz nutzte. Einige ihrer Verwandten leben immer noch als Patienten in der Nervenheilanstalt (S. 30). Die Alleinerbin, Fräulein Doktor, ist ihre Ärztin (S. 20). Sie betrachtet sich als das letzte normale Mitglied der Familie (S. 85). Als Kind hätte sie keine Liebe, sondern nur Hass von ihrem misanthropischen Vater erhalten (S. 24).).

Sie ist eine anerkannte Psychiaterin. Bereits am Anfang des ersten Aktes erfährt der Leser, dass das Fräulein Doktor als Psychiaterin „berühmt“ (S. 12) ist und, um dies zu untermauern, wird auf ihren Briefwechsel mit C. G. Jung (Carl Gustav Jung, Schweizer Psychiater) hingewiesen. Sie möchte als Wohltäterin und Menschenfreundin, im Gegensatz zu ihrem Vater, erscheinen, und bezeichnet sich als eine „hoffnungslos romantische Philanthropin“ (S. 24).

Die Gründerin des Unternehmens, Fräulein Doktor, ist jedoch auch eine geschickte Geschäftsfrau, die für die ärztliche Behandlung und Betreuung ihrer reichen Patienten und Verwandten, „... kurz die (der) ganze(n) geistig verwirrte(n) Elite des Abendlandes“ (S.12) sehr hohe Summen verlangt (ebd.). Sie weist autoritär ihre Angestellten mit knappen Befehlen an, wie hier im Gespräch mit der Oberschwester: »Ist Schwester Irene Strauß aufgebahrt?« OBERSCHWESTER: »Unter der Orgel.« FRL. DOKTOR: »Stellt Kerzen um sie und Kränze.« OBERSCHWESTER: »Ich habe dem Blumen-Feuz schon angeläutet.« FRL. DOKTOR: »Wie geht es meiner Tante Senta?« OBERSCHWESTER: »Unruhig.« FRL. DOKTOR: »Dosis verdoppeln. Dem Vetter Ulrich?« OBERSCHWESTER: »Stationär.“ (S. 30).

Fürsorge und Empathie

Bis zur nächsten Schlussdialog des Stücks zeigt sich die Psychiaterin fürsorglich und großzügig. Zunächst scheint es so, als würde sie ein enormes Verständnis für ihre Patienten aufbringen. Nach dem Mord an Monika Stettler begleitet s...

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