Detektiv- oder Kriminalroman

Definition

Die Unterscheidung zwischen Detektiv- und Kriminalroman ist so vielfältig, wie die vielen verschiedenen Ausprägungen des gesamten Genres der Kriminalliteratur. Dennoch kann man grundsätzlich folgendes unterscheiden: Unter dem Oberbegriff „Kriminalliteratur“ werden Werke zusammengefasst, deren zentrales Thema die Darstellung von Verbrechen ist.

Als Detektivroman wird eine Sonderform der Kriminalliteratur beschrieben, die eine ganz außergewöhnliche ermittelnde Instanz in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Der Detektiv oder diejenige Person, die – egal aus welchen Grü…

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Der Verdacht als Kriminalroman

Der Verdacht lässt sich eindeutig dem Genre des Kriminalromans zuordnen. Die ermittelnde Instanz, Kommissar Bärlach, befindet sich eigentlich kurz vor seiner Pensionierung und ist so schwer krank, dass er das Krankenbett nicht mehr verlassen kann. Er zeichnet sich nicht durch überragende geistige oder körperliche Fähigkeiten aus, sondern praktiziert seinen Beruf auf der Basis klarer und rationaler Polizeiarbeit.

Sein Handeln steht dabei stets in einer hohen moralischen Verpflichtung gegenüber der Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Dafür ist er bereit, sein Leben zu riskieren. Er…

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Die Rolle des Zufalls

Dürrenmatt wendet sich zwar aus finanziellen Gründen dem populären Genre der Kriminalliteratur zu, entwickelt diese aber auf der Grundlage von Konzepten, wie denen seines schweizerischen Kollegen Friedrich Glauser, weiter. Er nutzt nicht die überkommene Figur eines allwissenden und allmächtigen Detektivs, wie sie mit Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle erschaffen wurde, sondern kreiert in seinen beiden ersten Kriminalromanen mit dem Kommissar Bärlach eine ermittelnde Instanz, die durch menschliche Schwächen und Krankheit gekennzeichnet ist.

Er wendet sich damit bewusst gegen den traditionellen Erzählstil der damaligen Kriminalliteratur. Eine ganz besondere Rolle spielt daher bei ihm auch der Zufall, denn der schweizerische Autor war der Ansicht, dass der Realität nur begrenzt mit Logik beizukommen ist. Der Zufall sorgt in seinen Werken immer wieder für unvorhersehbare Wendungen, die sich entweder für oder gegen die handelnden Personen wenden.

Dürrenmatts erste drei Kriminalromane folgen damit bereits in Teilen seinem Dramenkonzept, das er am Ende von „Die Physiker“ (1962) formuliert. So erörtert er unter Punkt 3, dass eine Geschichte erst dann zu Ende gedacht ist, wenn sie „ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat“ [1]. Dies ist in „Der Verdacht“ dann der Fall, als Bärlach nac…

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