Dr. Emmenberger

Der Teufel

Dr. Fritz Emmenberger wird circa 1887 geboren und ist damit drei Jahre älter als Dr. Nehle (S. 48). Er studiert Medizin zusammen mit Dr. Hungertobel. Während eines Ausflugs um das Jahr 1908 herum im Juli, bei dem Emmenberger zusammen mit Hungertobel und drei weiteren Medizinstudenten vom Kiental ins Blümlisalpmassiv aufsteigt, übernachten die jungen Männer in einer Hütte auf der Alp. Als eine Leiter in der Hütte unter dem Gewicht eines Mitstudenten zusammenbricht, verletzt sich dieser an der Kehle an einem vorspringenden Balken in der Mauer.

Nach kurzer Zeit bereits schwillt der Hals stark an und der Verletzte bekommt kaum noch Luft. Er befindet sich in „äußerster Lebensgefahr“ (S. 22). In dieser Situation handelt Emmenberger sofort und führt einen äußerst riskanten, aber lebenserhaltenden und gelungenen Luftröhrenschnitt durch.

Dabei ist nicht der Eingriff an sich entsetzlich, sondern die weit aufgerissenen Augen Emmenbergers, in denen etwas „Teuflisches“ (S. 23) und „eine Art übermäßiger Freude, zu quälen“, zu erkennen sind (S. 23). Der Gerettete spricht danach niemals mehr mit Emmenberger und schwört bei „allen Heiligen“ (S. 20), dass dieser der „Teufel“ (S. 20) ist.

Die Rollentäuschung

Nach diesem Ereignis wird sehr anerkennend über Emmenberger gesprochen und er gilt „als ganz großes Licht“ (S. 23). Alle glauben, dass er nun Karriere machen wird, aber diese bedeutet ihm nichts. Stattdessen studiert er viele verschiedene Fächer „wild durcheinander“ (S. 23), wie zum Beispiel Physik, Mathematik, Philosophie und Theologie.

Nach einem hervorragenden Abschluss übernimmt er nie eine Praxis, sondern arbeitet in Stellvertretungen, unter anderem auch bei Hungertobel. Die meisten Patienten sind von ihm begeistert. Emmenberger führt so ein „unruhiges und einsames Leben“ (S. 23) und veröffentlicht „seltsame Traktate“ (S. 24), in denen er sich unter anderem mit der Astrologie auseinandersetzt.

 Er verkörpert eine zynische, unzuverlässige und unangenehme Person. Nachdem er aber ausgewandert ist, leistet er plötzlich eine sehr nüchterne und wissenschaftliche Arbeit, wird aber wieder ganz der A...

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