Verfilmung – Buch / Film Vergleich

Im Jahr 2008 wird Der Besuch der alten Dame gemeinsam von ARD und ORF unter der Regie von Nikolaus Leytner für das Fernsehen adaptiert. Dabei verlegen die Drehbuchautoren Susanne Beck und Thomas Eifler die Handlung – quasi entsprechend der Zeitangabe zu Beginn des Dramatextes – in die  Gegenwart, was einige Veränderungen mit sich bringt. So besitzt Alfred Ill (Michael Mendl) beispielsweise keinen Krämerladen, sondern führt ein Autohaus. Von der Grundhandlung her bleibt der Fernsehfilm, der eine Gesamtlänge von 88 Minuten hat, der dramatischen Vorlage jedoch treu. Er wird am 13. Oktober 2008 anlässlich des 70. Geburtstags von Hauptdarstellerin Christiane Hörbiger zeitgleich von ORF2 und Das Erste ausgestrahlt.

Plot

Die Milliardärin Claire Zachanassian (Christiane Hörbiger), die einst als Klara Wäscher in der Kleinstadt Güllen geboren wurde, will ihrem Heimatort einen Besuch abstatten. Um ihr das Geld für die Sanierung der maroden Gemeinde zu entlocken, wird ihr Jugendgeliebter Alfred Ill vorgeschickt. Nachdem Claire verfrüht per Hubschrauber am Bahnhof eingetroffen ist, unternimmt Ill mit ihr eine Ausfahrt ins Güllener Umland. Getrübt wird die Stimmung jedoch dadurch, dass Ill dafür den Wagen benutzt, in dem beide in ihrer Jugend einen schweren Unfall hatten, und dass er Claire die sichtlich unangenehme Frage nach Kindern stellt.

Beim offiziellen Empfang verkündet Claire, die Summe von zwei Milliarden Euro zu gleichen Teilen unter den Einwohnern verteilen zu wollen; allerdings nur unter der Bedingung, dass sie dafür Gerechtigkeit für das ihr geschehene Unrecht erfährt: Sie fordert Ills Tod. Entrüstet lehnen die Güllener Würdenträger, darunter der Bürgermeister Matthias Büsing (Dietrich Hollinderbäumer) und der pensionierte Schulrektor Georg Riemann (Rolf Hoppe), das Angebot ab. Der entstehende Skandal lockt die Presse ins Dorf, zu der auch die Reporterin Mia Mohr (Muriel Baumeister) gehört, die Tochter Ills. Nach und nach werden durch die Berichterstattung die Details von Ills und Claires gemeinsamem Unfall bekannt: Claire sei schwanger und betrunken gegen einen Baum gefahren. Da die Ärzte prognostizierten, dass sie nie wieder würde laufen können, heiratete Ill stattdessen noch während Claires Krankenhausaufenthalt Angelika (Lisa Kreuzer), eine reiche Autohauserbin. Claires Tochter kam tot zur Welt und den folgenden Vaterschaftsprozess beeinflusste Ill zu seinen Gunsten, sodass Claire zur Prostituierten abgestempelt wurde und Güllen verlassen musste.

Angesichts dieser Erkenntnisse beginnen die Bürger, Kredite beim schmierigen Sparkassendirektor Oliver Marx (Helmut Berger) aufzunehmen. Ill fürchtet um sein Leben und sucht nacheinander Hilfe bei seinem Schulfreund, dem Polizisten Lutz Wolff (Dietrich Mattausch), dann beim Bürgermeister und schließlich beim Pfarrer Gottfried Unseld (Hans von Borsody). Doch sie alle widersprechen Ills Darstellung von der Anstiftung zum Mord, wiegeln ab und vertrösten ihn. Dabei haben auch sie Luxusartikel gekauft und Renovierungen in Auftrag gegeben. Auch die übrigen Mitbürger beginnen, die Ills zu meiden, und tun so, als hätten sie von seinen Vergehen in der Vergangenheit nichts gewusst. In Wirklichkeit haben viele von ihnen dem getürkten Gerichtsverfahren beigewohnt und den Meineid unterstützt. Ill bedroht Claire mit einer Pistole, um sein eigenes Leben zu retten, bringt es aber letztlich nichts übers Herz, sie zu erschießen.

Claire und Ills Tochter Mia nähern sich einander an. So berichtet Mia davon, wie auch sie aus Güllen geflohen ist und den Kontakt zu Ill abgebrochen hat, nachdem dieser ihr den Umgang mit ihrem Geliebten verboten hatte. Währenddessen schöpft Ill noch einmal Hoffnung, als er auf die jährliche Treibjagd eingeladen wird. In deren Rahmen wird jedoch auf ihn geschossen, sodass er versucht, per Zug aus Güllen zu fliehen. Am Bahnhof sorgen die Bürger durch ihre exzessive Verabschiedung dafür, dass Ill seine Bahn verpasst. Die letzte Rettung sieht das Dorf im Vorschlag von Rektor Riemann, Claire könne doch die stillgelegte Fabrik kaufen und in diese investieren. Doch Claire enthüllt, dass die Fabrik ihr längst gehört und sie durch deren Schließung Güllens prekäre Lage absichtlich erst herbeigeführt hat.

Daraufhin kündigt der Bürgermeister eine Volksabstimmung an, die über die Schuld oder Unschuld Ills entscheiden soll. Dieser hat sich derweil mit seinem Schicksal abgefunden: Zunächst lehnt er den Selbstmord ab, den Polizist Lutz ihm nahelegt; töten müssten die Güllener ihn schon selbst. Dann gesteht er Claire die Wahrheit, dass er am Steuer des Unfallwagens gesessen habe. Sie wiederum enthüllt, dass sie längst dav...

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