Recht und Gerechtigkeit

Die jeweilige Perspektive auf Schuld wiederum motiviert die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Figuren im Umgang mit Gerechtigkeit. So folgt Claire einem sehr persönlichen Gerechtigkeitsverständnis, ihr Bedürfnis speist sich aus emotionalen Gründen. Gleich zu Beginn erinnert sich Ill in der Bahnhofsszene: „Klara liebte die Gerechtigkeit.“ Claires Version von Gerechtigkeit wird jedoch bereits hier durch die Anekdote, dass sie einen „Polizisten mit Steinen“ bewarf, als dieser einen „Vagabund[en] abgeführt“ hatte (S. 19), in ein zweifelhaftes Licht gerückt. Der naive Aspekt von Claires Sichtweise (dass sie dem Vagabunden hatte helfen wollen) scheint für sie durch die Rechtsprechung zunichtegemacht zu werden, als sie nach Ills Betrug den Vaterschaftsprozess verliert. Ihr Glaube an eine gerechte Weltordnung wird zerstört, der radikale Aspekt ihres privaten Gerechtigkeitsstrebens (der sie mit Steinen nach dem Polizisten werfen ließ) jedoch scheint durch diese Erfahrung aufgewertet und zu ...

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