Kommissar Matthäi

Matthäi am Letzten

Dr. Matthäi ist zum Zeitpunkt des Beginns der Rahmenhandlung Oberleutnant (=Kommissär) der Polizei unter Dr. H. (S. 14) bei der Kantonspolizei Zürich. Er ist am 11. November 1903 geboren worden (S. 76), ist zum Zeitpunkt der Binnenhandlung fünfzigjährig (S. 15), stammt aus Basel und hat auch in dieser Stadt als Jurist promoviert. Unter seinen Kollegen wird er „Matthäi am Letzten“ genannt (S. 14). Dies ist eine Anspielung auf den Apostel Matthias, der erst nach dem Tode von Jesus als Letzter der zwölf Jünger berufen wurde.

An seinem früheren Arbeitsplatz bei der Züricher Polizei (Binnenhandlung) bezieht sich dieser Namen darauf, dass Matthäi eigentlich längst hätte befördert werden müssen. Doch aufgrund seiner gefühlskalten Art ist er bei seinen Kollegen unbeliebt (S. 15). Alle sind froh, als er zusagt, als Ausbilder nach Jordanien zu gehen.

In Bezug auf die Aufklärung des Mordes verweist die Anspielung auf den Jünger darauf, dass Matthäi auch nach dem Geständnis von Frau Schrott immer noch auf den Mörder wartet. Die Worte, die er in der Rahmenhandlung an Dr. H. richtet, entsprechen der biblischen Figur von Matthäus: „Ich warte, ich warte, er wird kommen, er wird kommen“ (S. 11).

Der unnahbare und pragmatische Kommissar

Dr. Matthäi ist zu Beginn der Binnenhandlung ein „einsamer Mensch, stets sorgfältig gekleidet, unpersönlich, formell, beziehungslos“ (S. 14). Er trinkt und raucht nicht, beherrscht hart und unbarmherzig sein Metier und ist „ebenso verhaßt wie erfolgreich“ (S. 14). Matthäi lebt seit langer Zeit im Hotel Urban in Zürich (S. 49).

Der Polizeikommandant Dr. H. mag ihn, da er klare Menschen bevorzugt, auch wenn ihm seine „Humorlosigkeit“ (S. 14) manchmal auf die Nerven geht. Doch auch er wird nicht recht klug aus ihm. Gegenüber seinem Untergebenen Feller verhält sich Matthäi arrogant (S. 17). Er verfügt über einen überragenden Verstand, ist aber durch das „allzu solide Gefüge“ der Schweiz „gefühllos“ (S. 14) geworden. Er ist ein Mann der Organisation, der die Polizeiarbeit pragmatisch wie einen „Rechenschieber“ handhabt (S. 15).

Matthäi ist nicht verheiratet un...

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