Titel

Der unmögliche Schwur

Kommissar Matthäi, der nach der Meldung des Mordes an dem kleinen Mädchen Gritli Moser die ersten Untersuchungen am Tatort leitet, schafft es zwar, den Anblick des toten Mädchens zu ertragen, doch die spätere Begegnung mit den Eltern verändert ihn völlig: Nachdem er die schwierige Aufgabe erhalten hat, ihnen die schreckliche Nachricht zu überbringen, muss Matthäi der Mutter bei seiner Seligkeit versprechen, den Mörder zu finden.

Der Titel von Dürrenmatts Roman Das Versprechen bezieht sich auf Matthäis zunächst nicht ernst gemeinte Versicherung gegenüber den Eltern des ermordeten kleinen Mädchens, Gerechtigkeit zu üben. Er weiß, dass er dieses Ehrenwort nicht halten kann, da er bald nach Jordanien fliegen muss (S. 82).

Vor seiner Abreise nach Amman übergibt er den Kriminalfall an seine beiden Kollegen Henzi und Feller. Nachdem von Gunten einem über zwanzigstündigen Verhör unterzogen worden ist, legt er ein Geständnis ab und bringt sich anschließend in seiner Zelle um. Für alle Beteiligten ist von Guntens Selbstmord der letzte Beweis dafür, dass der Hausierer schuldig ist. Der Fall scheint abgeschlossen zu sein.

Schon in Mägendorf, wo sich im angrenzenden Wald der Mord ereignet hat, halten alle Dorfbewohner den Hausierer von Gunten für den Schuldigen und stehen kurz davor, Selbstjustiz zu üben. Nachdem Matthäi es aber gerade so geschafft hat, den Hausierer aus der Gewalt der Mägendorfer zu befreien, merkt der Staatsanwalt prophetisch an: „Hoffentlich geben Sie nie ein Versprechen, das Sie einhalten müssen [...]“ (S. 37). Diese Aussage deutet bereits an, dass Matthäi an seinem Versprechen gegenüber den Eltern von Gritli Moser noch schwer zu tragen haben wird. Im weiteren Verlauf wird es seine gesamte Persönlichkeit und sein gesamtes Leben verändern.

Das zentrale und entscheidende Element

Kommissar Matthäi ist sonst für seine professionelle Gleichgültigkeit bekannt. Er bezeichnet ...

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