Autobiografische Bezüge

Kafkas Werke sind meistens autobiografisch gefärbt. Mehrere Elemente in Kafkas Leben haben ohne Zweifel die Komposition der Erzählung „In der Strafkolonie” geprägt. Ein immer wiederkehrendes Motiv in den Werken Kafkas ist sein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater. Kafkas Vater war ein harter Geschäftsmann und Aufsteiger. Er war sehr dominant und wollte das literarische Streben seines einzigen Sohns nicht ernst nehmen. Zeitlebens akzeptierte er die literarische Begabung seines schwächlichen Sohn und dessen Desinteresse an seinen Geschäften nicht, ebenso konnte Kafka sich nicht aus seiner Sohnesbindung befreien. Unter seinem herrschsüchtigen Vater entwickelte er sich zu einem ängstlichen und wankelmütigen Erwachsenen. 1919 verfasste Kafka seinen „Brief an den Vater“, eine Erklärung und Abrechnung, die er nie an seinen Vater abschickte.

Die übermächtige Figur des alten Kommandanten kann als ein Sinnbild für Kafkas Vater verstanden werden. Er verfügt über absolute Herrschaft und kann selbst ungerechte und grausame Methoden durchsetzen und etablieren. Der alte Kommandant hat die Kolonie eingerichtet und das spezielle Gerichtsverfahren entwickelt. Er ist der Erfinder des Apparates und Initiator der ganzen Prozedur. Der Offizier ist dem alten, gestorbenen Kommandanten gegenüber loyal. Er fühlt sich ihm wie ein Sohn verbunden und verehrt ihn. Die...

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