Die Verwandlung zum Insekt

Zunächst ereignet sich die Verwandlung Gregor Samsas in ein Ungeziefer unwillentlich, plötzlich und über Nacht. Es wird keine Ursache für das Ereignis genannt und nach dieser auch nicht gesucht. Es gibt auf den ersten Blick keinen direkten Bezug zwischen Gregor Samsa und dem Insekt. Die Person Gregor identifiziert sich nicht mit dem Tier.

So fällt die erste Reaktion von Gregor auf die Verwandlung auch dahingehend aus, dass er versucht, sie auszublenden. Er will wie gewohnt zur Arbeit gehen, obwohl er sich in seiner neuen Gestalt fremd ist und sich nur schlecht bewegen kann (S. 6 f.). Der innere Konflikt, dem der Mensch Gregor Samsa ausgesetzt war (Arbeiten aus Pflichtgefühl der Familie gegenüber versus Arbeiten und Leben nach seinen eigenen Vorstellungen), wird durch die Verwandlung nach außen sichtbar. Gregor Samsas Inneres stimmt nicht mehr mit seinem Äußeren überein. Durch die neue Gestalt muss er sich damit auseinandersetzen.

Als Mensch führte Gregor Samsa bisher ein Leben, welches fremdbestimmt war und ihn nicht erfüllt hat. Es stellte ihn nicht zufrieden, und er unterdrückte seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche zugunsten derer seiner Familie, die scheinbar von ihm abhängig ist. Gregor war eine Marionette, vor allem seines Vaters, und wurde nur auf seinen Nutzen reduziert. Liebe und Nähe erfährt er von seiner Familie kaum. So wird Gregor im Verlauf der Erzählung immer einsamer und auch tierähnlicher. Er verwandelt sich zu dem, was die Familie aus ihm macht: ein störendes Ungeziefer. Anstatt schützender Hilfe erfährt er Ablehnung und Gewalt, die ihn immer mehr zum Tier werden lassen und ihn...

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