Selbstbiografische Bezüge

Kafka wurde in seinem Leben sehr stark von seinem Vater geprägt. Herrmann Kafka, geboren 1852, ist ein starker und stolzer Charakter. Er ist sehr temperamentvoll und die Vorbildfigur für den jungen Franz. Kafka respektiert seinen Vater stets und weiß darum, dass die Familie es dem Vater zu verdanken hat, dass sie ohne Sorgen leben kann. Der Vater ist für ihn „das Maß aller Dinge“.[1] Gleichzeitig ist er auch ein Tyrann, hat seinen Sohn ständig kritisiert und ihn eingeschüchtert.

Kafka hat Angst vor seinem Vater, was dazu führt, dass er sich ihm gegenüber nur schlecht artikulieren kann. Sein Selbstbewusstsein leidet sehr unter der groben Behandlung des Vaters. Auch die Tatsache, dass Herrmann Kafka die Freunde des Sohnes nicht mag, scheint Franz Kafka sehr geprägt zu haben. So bezeichnet Herrmann Kafka den Freund seines Sohnes, Jizchak Löwy, als „Ungeziefer“. Diese Beschimpfung trifft Franz so sehr, dass er den Begriff in der „Verwandlung“ aufgreift und ihn literarisch umsetzt. Durch die Verwandlung Gregor Samsas zu einem „ungeheueren Ungeziefer“, auf das mit Schrecken reagiert wird, wird deutlich, dass Franz Kafka den Begriff als schmerzlich und entsetzlich empfunden haben muss.

Die strenge Zucht und Ordnung, die innerhalb der Familie Kafka besteht, hat außerdem die Wirkung auf Kafka, dass dieser sich schwertut, mit fremden Menschen zu sprechen und seine Meinung laut zu äußern. Kafka wächst in dem stä...

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