Charakterisierung Delamarche und Robinson

Zwei Tagelöhner

Delamarche ist mit seinem Freund Robinson auf dem Weg nach Butterford, und zwar in der Hoffnung, dort als Tagelöhner Arbeit zu finden. Beide sind von Beruf Maschinenschlosser und befinden sich schon seit langer Zeit auf der Suche nach Arbeit. Karl begegnet ihnen in dem Wirtshaus, nachdem er das Landhaus des Herrn Pollunder verlassen hat und für eine Nacht eine Unterkunft sucht. Obwohl sie beide „sehr junge Leute“ (S.104) waren, hat sie ihr hartes Arbeitsleben bereits gezeichnet: „schwere Arbeit oder Not hatten ihnen vorzeitig die Knochen aus den Gesichtern vorgetrieben, unordentliche Bärte hingen ihnen ums Kinn, ihr schon lange nicht geschnittenes Haar lag ihnen zerfahren auf dem Kopf“ (S.104).

Listig und hinterhältig

Schon bei ihrer ersten Begegnung zeigen beide eine wesentliche Charaktereigenschaft: Sie sind hinterlistig und nicht vertrauenswürdig. So versuchen sie, Karl auszunutzen, indem sie ihm zunächst Vertrauen entgegenbringen, um dann von seinem Hab und Gut zu profitieren. Nachdem sie ihm zunächst im Wirtshaus versprochen haben, ihn mit nach Butterford zu nehmen, ihm dort eine Lehrstelle zu beschaffen und seinen Koffer auf dem Weg zu tragen, fordern sie nun von ihm, dass er doch sein teures Hemd an das Dienstmädchen des Wirtshauses zu Geld machen soll. Sie behaupten, dass Karl mit seiner guten Kleidung nur schwer eine Arbeit als Tagelöhner finden wird.

Auch beteuern sie ihre neu gewonnene Freundschaft zu Karl, um im nächsten Moment davon zu sprechen, dass sie als Freunde aber auch sein Geld teilen müssten. Sie selbst machen sich keine Sorgen, wie sie ihre Dinge bezahlen können, und ziehen unbesorgt, mit einem Lied auf den Lippen, durch die Straßen. In dem Moment, als sie Karl treffen, scheinen sich beide darauf zu verlassen, dass Karl wie selbstverständlich auch für sie aufkommt, „dass man mit Karls Geld schon rechnete“ (S.119).

Diese Art von Listigkeit,  mit der sie versuchen, für sich den bestmöglichen Nutzen aus den Situationen herauszuholen, wiederholt sich im Laufe der Handlung. Dabei gehen sie sehr schamlos vor. Als Karl mit den beiden vor dem Hotel Occidental Rast macht und Essen besorgt, durchwühlen sie seinen Koffer, um sein restliches Geld zu rauben. Dabei stehlen sie ihm vermutlich seine einzige Fotografie der Eltern und geben sie ihm auch nach mehrfachem Appell Karls nicht zurück. Als Karl sie auf ihren Vertrauensbruch aufmerksam macht, verdrehen sie die Tatsachen und werfen ihm nun ihrerseits vor, dass er ihre Freundschaft verrät und sie falsch besc...

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