Nihilismus

Eine wichtige kulturelle Voraussetzung für den Expressionismus schuf Friedrich Nietzsche. Er erkannte in der gesamten abendländischen Philosophie einen Dualismus aus „wahrer“ und „scheinbarer“ Welt. In der „wahren“ Welt der Ideen bestehen die Ideen unendlich und unveränderbar. Ihr steht die „scheinbare“ Welt des Werdens und der Vergänglichkeit gegenüber. Für Nietzsche repräsentiert die Entwicklung des Abendlandes eine Geschichte des Verfalls. Die ursprünglich ohne den Menschen gedachten Ideen der „wahren“ Welt verlieren ihre Gültigkeit. Somit verlieren auch die obersten Werte ihre Berechtigung. Gleichzeitig verstehe Nietzsche unter seinem Nihilismus aber auch „die Umwertung aller bisherigen Werte.“

Daraus resultiert ein Menschenbild, das Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“ präsentiert. Hier konzipiert er die Vorstellung von der Entwicklung des idealen Menschen (der Übermensch; nicht zu verwechseln mit dem Konzept der Nationalsozialisten!). Die Aufgabe der Menschheit ist es, diesen Übermenschen hervorzubringen. Dieser neue Mensch solle dadurch bestimmt sein, dass er keinen Gottesglauben hat. Er solle auf das Leben im Diesseits fixiert sein und sich nicht unterwerfen. Damit befand sich Nietzsche auch auf einer Linie mit Darwin, der den Menschen nicht mehr als das Ebenbild Gottes verstand....

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