Erzählhaltung

Der Leser ist von den absurden Geschehnissen derart gefesselt, dass gerade daraus die beklemmende Wirkung von Kafkas Werken resultiert (Stichwort: kafkaesk). Kafka präsentiert einen vollkommenen subjektiven Bewusstseinszustand, in dem keine objektive Korrektur vorgenommen wird. Es sind keine wertenden, kommentierenden oder erklärenden Passagen vorhanden, in denen K.s Handeln analysiert würde. Das Kafkaeske entsteht durch das Ausbleiben der auktorialen Erzählform. Der Leser erfährt nie, ob K. wirklich verhaftet worden ist, worin seine Schuld konkret besteht und was es wirklich mit dem Gericht auf sich hat.  Dadurch wird der Leser quasi auch zum Hauptprotagonisten der Handlung. Die enge Bindung der Figur an die Handlung, die kein Hinterfragen zulässt, überträgt sich auf den Leser. So wie K. der Handlung nicht entkommen kann, so kann der Leser K. nicht entkommen.

Dass wir uns im „Prozess“ tatsächlich in dem subjektiven, eingeschränkten Bewusstseinsraum von K. bewegen, wird besonders dann ersichtlich, wenn K. sich selbst beobachtet. Die Aussagen, die er dann tätig...

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