Schuld und Strafe

Anspielungen und Vorwürfe

Erst im zweiten Abschnitt des zweiten Teils der Erzählung wird Georg von seinem Vater beschuldigt. Zuvor hat der Vater lediglich zweideutige Behauptungen und Erwartungen geäußert, die nur andeuten, dass bald ein Konflikt entstehen könnte: „Seit dem Tode unserer teueren Mutter sind gewisse unschöne …

...

Der Freund

Im ersten Abschnitt ist anhand von Georgs Gedanken klargeworden, dass er sich detailliert überlegt hat, wie sich der Freund fühlt und wie er auf Georgs Meinungsäußerungen oder Nachrichten reagieren würde. Er bewertet den Freund nach seinen eigenen Normen und Werten: Weil der Lebensstil des Freundes für ihn nicht erstrebenswert erscheint, glaubt er, auch der Freund müsse das so sehen und sein Leben als gescheitert betrachten. Auf die Idee, dass der Freund vielleicht mit seiner Situation glücklich ist, kommt er nicht. Und weil er davon ausgeht, seine Verlobung…

...

Die Firma

Der Vater hat indirekt angedeutet, dass er Georg vorwirft, Informationen über das Geschäft vor ihm zu verheimlichen und ihn absichtlich auszuschließen (S. 53-54). Laut dem Vater sei Georg nicht dankbar für das, was der Vater zuvor geleistet hat: „Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt, schloß Geschäfte ab, die ich vorbereitet hatte“ (S. 58). Ihm sei nicht klar, dass sein Erfolg auf dem des Vaters aufbaut und ohne diesen nicht möglich gewesen w…

...

Frieda

Der Vater erklärt: „mein Herr Sohn (hat sich) zum Heiraten entschlossen!“ (S. 57). Die Wahl seiner Verlobten billigt der Vater nicht. Er wirft Georg vor, er habe sie nur deshalb gewählt, "weil sie die Röcke so gehoben hat, die widerliche Gans“ (S. 57). Das heißt, er wirft seinem Sohn vor, vorehelichen Geschlechtsverkehr …

...

Georgs Privatleben

Anschließend macht der Vater Georg Vorwürfe darüber, wie er sein Leben führt. Er habe sich zu viel vergnügt und nun wolle er heiraten. Er hätte den Vater eingesperrt und ihn vernachlässigt: „Welcher andere Trost blieb dem alten verwitweten Vater? Sag' - und für den Augenblick der Antwort sei du noch mein lebender Sohn -, was blieb mir übrig, in meinem Hinterzimmer, verfolgt vom ungetreuen Personal, alt bis in die Knochen? Und mein Sohn ging im Jubel durch die Welt“ (S. 58).  Nicht nur Georg hat gefehlt, sondern auch das Personal hat ihn nicht ordentlich behandelt.

Da Georg das Familiengeschäft eigentlich brillant vorantreibt und im Leben erfolgreich ist, mit ihm im gemeinsamen Haus lebt und sich um ihn kümmert, ihm sogar vorschlägt, sein dunkles Hinterzimmer mit Georgs hellem Vorzimmer zu tauschen (S. 54), wird nicht klar, warum der Vater unzufrieden ist und sich beklagt. Wie Georg es erklärt, „… verkehrte (er) mit seinem Vater ständig im Geschäft, d…

...

Die Strafe

Am Ende erklärt der Vater, dass Georg nun endlich erwachsen geworden sei: "Wie lange hast du gezögert, ehe du reif geworden bist! Die Mutter mußte sterben, sie konnte den Freudentag nicht erleben, der Freund geht zugrunde in seinem Rußland, schon vor drei Jahren war er gelb zum Wegwerfen, und ich, du siehst ja, wie es mit mir steht. Dafür hast du doch Augen!“ (S. 59-60)

Georg habe erkannt, dass es noch mehr gibt als nur ihn selbst und seine Gedanken und Meinungen. Allerdings kommt diese Erkenntnis laut dem Vater zu spät. Die Mutter ist schon tot und kann es nicht mehr mite…

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen