Die gescheiterte Kommunikation

Georgs Brief an seinen Freund

Die Entfremdung

Georg korrespondiert mit seinem Freund in Russland durch Briefe, welche damals die gängige Form schriftlicher Kommunikation darstellten. Der Brief ist eine schriftliche Form der Kommunikation, wobei das Lesen der Botschaft und die Gegenäußerung des Kommunikationspartners einer räumlichen Distanz unterliegen, da es mit der Post einige Tage dauert, bis den Empfänger der materielle Brief erreicht.

Der private Brief ist ein vertrauliches Dokument, das oft Einblicke in die persönlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen sowie in die Gefühls- und Gedankenwelt des Verfassers gewährt. Es wird des Öfteren auch auf gemeinsame Erlebnisse eingegangen oder er über Anliegen reflektiert, die der Schreiber von seinem Kommunikationspartner erfahren hat. Aber Georg schildert, dass er dem Freund nur noch unpersönliche und belanglose Nachrichten schreibt. Er berichtet ihm nicht von den wichtigen …

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Das Gespräch mit dem Vater

Der Freund in Petersburg

Ein Brief ist durch den Nachteil gekennzeichnet, dass man die Reaktionen des Empfängers nicht sieht und dass das Geschriebene nicht verbessert werden kann: "Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben", soll Pontius Pilatus gesagt haben. Probleme bei der Deutung eines Briefes können dabei leicht entstehen, weil die verwendeten Wörter und Ausdrücke nicht notwendigerweise die gleiche Bedeutung für den Sender und den Empfänger haben. Das persönliche Gespräch hat dagegen mehrere Vorteile als Zweiwegkommunikation. Die Gesprächspartner haben die Möglichkeit, direkt  Aussagen zu kommentieren und Fragen dazu  zu stellen, damit der Sinn des Gesagten verstanden werden kann.

Nachdem Georg seinen Brief an seinen Freund fertiggestellt hat, geht er zu seinem Vater, um ihn darüber zu informieren. Er erklärt ihm offen seine Gedanken, die seine geänderte Einstellung seinem Freund gegenüber hervorgebracht haben. Es sieht so aus, als hätten die beiden das Thema bereits zuvor schon einmal besprochen: „Ich wollte dir eigentlich nur sagen, ... dass ich nun doch nach Petersburg meine Verlobung angezeigt habe" (S. 52-53). Im Gespräch mit dem Vater zweifelt dieser jedoch an, dass Georg ihm die Wahrheit erzählt und fragt zunächst: „Hast du wirkl…

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Die nonverbale Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Georg und seinem Vater entsteht nicht nur durch den verbalen Wortaustausch. Der auktoriale Erzähler lässt uns in Georgs Gedankenwelt eintauchen und verrät uns seine intimsten Meinungen: „"Sogar im Hemd hat er Taschen!" sagte sich Georg und glaubte, er könne ihn mit dieser Bemerkung in der ganzen Welt unmöglich machen. Nur einen Augenblick dachte er das, de…

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Zusammenfassung

In dem ersten Teil der Erzählung schreibt Georg einen Brief an seinen Freund. Die Kommunikation zwischen den beiden Freunden scheint deshalb gescheitert, weil sich Georg aus Rücksichtgründen seinem Freund nicht anvertraut und i…

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