Rezension

Franz Kafkas Brief an den Vater (1919) verhandelt den Konflikt des Sohnes mit seinem Vater, welcher das gesamte kurze Leben des Autors geprägt hat. Er stellt ein wichtiges Dokument für das Verständnis des gesamten Werkes des Schriftstellers dar, nachdem sich der zentrale Vater-Sohn-Konflikt auch in vielen anderen Erzählungen Kafkas, wie zum Beispiel in Die Verwandlung (1912) oder in Das Urteil (1913) wiederfindet. Im Brief an den Vater wird sogar auf den Roman Der Prozeß (1914-15) verwiesen.

Der Autor gibt in dem Brief selbst zu, dass viele seiner Texte von seinem Vater und seinem Verhältnis zu ihm handeln: „Mein Scheiben handelte von Dir, ich klagte dort ja nur, was ich an Deiner Brust nicht klagen konnte.“ (S.173). Hiermit stellt der Brief ist einen Schlüsseltext für Kafkas Werk und für Kafkas Leben dar.

Andererseits muss der Brief auch mit Vorsicht gelesen werden. Er kann nicht als rein biografisches Dokument gedeutet werden, ebenso wie die Schilderung des Vater-Sohn-Konflikts in Kafkas anderen Werken nicht als rein biografisch eingestuft werden kann. Es handelt sich vielmehr um literarische Texte, die universal menschliche Konflikte verhande…

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