Personenkonstellation: Faust und Mephistopheles

Wie in „Faust I“ sind die Figuren Faust und Mephistopheles als eine zusammengehörende Figurenkonstellation zu lesen, die aufeinander Bezug nehmen. Ihre Verbindung stellt auch den Zusammenhang zwischen dem ersten Teil und „Faust II“ her.

Vertragspartner und Verbündete

Der Grund ihrer Verbindung bildet auch die abgeschlossene Wette, die noch keinen Abschluss gefunden hat: Wenn es Mephistopheles auf Erden gelingt, Faust einen Moment des vollkommenen Glücks zu verschaffen, erhält er im Jenseits Faust Seele. Im „Faust I“ ist es die Suche nach einer höheren Form der Erkenntnis, die diesen Moment für Faust kennzeichnet. Auch im zweiten Teil ist Faust von dem Streben nach „dem höchsten Dasein“ (S. 5, Z.4685) erfüllt, welches ihn mit seinem Wettpartner Mephistopheles nach wie vor verbindet.

Sein Streben ist aber nicht mehr auf seinen Wunsch nach Erkenntnis ausgerichtet, sondern erweist sich im Verlauf der Handlung zunehmend als sein persönliches Bedürfnis nach Besitz und Macht.

Anders als im ersten Teil tritt Mephistopheles nicht so sehr als Widersacher und Gegenspieler von Faust auf, sondern als dessen Begleiter, der ihn in seinem Tun unterstützt und mit ihm zusammen agiert. Dabei bleibt er aber nach wie vor in seiner Rolle als ironisch kommentierender und spottender Teufel.

Aufeinander bezogene Gegensätze: Natur und Fortschritt

Mit dieser Rolle ist er auch im zweiten Teil als Gegenprinzip zu Faust konzipiert. Immer noch ist Mephistopheles „der Geist der stets verneint“ (F. I, S. 42, Z. 1338), der kontrastierend...

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