Inhaltsangabe

Erst zwanzig Jahre nach Beendigung des „Faust I“ begann Goethe 1825 mit der Fortsetzung, dem „Faust II“, der posthum im Jahr 1832 erschien. Nachdem Fausts Versuch, Margarete aus dem Kerker vor dem Tode zu retten, missglückt war, drängt Mephistopheles ihn zum Aufbruch, um mit ihm nun im zweiten „Faust“-Teil die „große Welt“ (Faust I, S. 61, Z. 2052) kennenzulernen.

Goethe lässt seinen Protagonisten zu Beginn des „Faust II“ in einen Heilschlaf versinken, der ihn die vergangenen Erlebnisse des ersten Teils, besonders seine Schuld am Tod Margaretes, vergessen lässt. Die anmutige Gegend, in der sich Faust befindet, erfüllt ihn mit neuem Lebensmut und weckt in ihm erneut das Bedürfnis, nach höherer Erkenntnis streben zu wollen. Geläutert und wie neugeboren kann er wieder nach dem suchen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ (Faust I, S. 14, Z. 382/383). Im Angesicht der sich spiegelnden Natur erkennt er auch, dass alles Wahrgenommene nur Schein, nur ein Abbild der Wirklichkeit ist.

Er befindet sich in einem Kaiserreich, dem der wirtschaftliche Bankrott droht. Mephistopheles hat sich in der Rolle des Hofnarren die Nähe des Kaisers erschlichen und verschafft diesem mit der Erfindung des Papiergeldes einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Maskenfest am kaiserlichen Hof wird von Faust in der Maske des Plutus‘, des Gottes des Reichtums, angeführt. Auch Mephistopheles tritt auf, in personifizierter Form des Geizes.

Als der Kaiser sich zur Erbauung das Bild von Helena und Paris zu sehen wünscht, agieren Faust und Mephistopheles wieder zusammen, um dem Kaiser den Wunsch zu erfüllen. Faust soll in das Reich der Mütter hinabsteigen, um Helena und Paris von dort zu holen. Faust gelingt dies, und Helena und Paris spielen zur allgemeinen Unterhaltung im Kaiserpalast ihre eigene mythologische Geschichte als Pantomime vor. Als Helena auftaucht, ist Faust erneut von großer Begierde erfasst. Ihr Anblick erscheint ihm noch verführerischer als das Bild, das er einst im Zauberspiegel der Hexenküche erblickt hat. Als er sie vor dem Raub durch Paris zu retten versucht und sie halten möchte, löst sich ihre Gestalt jedoch auf.

Mephistopheles wechselt den Ort und bringt den ohnmächtig gewordenen Faust in sein altes Studierzimmer. Sein einstiger, mittlerweile zum Doktor aufgestiegener Famulus Wagner versucht sich dort an alchemistischen Experimenten. Als Mephistopheles sein Laboratorium betritt, wird er Zeuge bei der Entstehung des künstlichen Menschens Homunculus. Homunculus lebt in einer Phiole, ist äußert intelligent und hellsichtig. Er kann in die Träume des noch immer schlafenden Fausts blicken und sieht dort die Zeugung Helenas durch Zeus und Leda. Um Faust von seiner quälenden Begierde nach Helena zu heilen, schlägt er vor, zu der Stätte des Geschehens zu reisen – zur klassischen Walpurgisnacht. Faust, Mephistopheles und Homunculus gehen dort zunächst getrennte Wege, treffen aber immer wieder aufeinander.

Mephistopheles, der Teufel des Nordens, fühlt sich in der Welt der griechischen Antike mit ihren mythologischen Gestalten nicht wohl. Erst als er auf die drei Phorkyaden trifft, die sich als drei Frauen ein Auge und einen Zahn teilen, hat er se...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen