Feuermotiv und Wahnsinn

Das Motiv des Feuers kommt zuerst als „blaue Flamme“ (S.9) vor, die Nathanael bei den Experimenten seines Vaters und Coppelius bemerkt. Die Farbe Blau kann in diesem Zusammenhang noch als neutral gedeutet werden, als Unwissenheit des Kindes Nathanael.
Doch bereits zu dem Zeitpunkt, als sich der Vater über die Flamme beugt, wirkt er auf seinen Sohn plötzlich ganz anders. Er wird ihm fremd, „da sah er ganz anders aus“ (S.9). In Anwesenheit des Feuers und des Advokaten Coppelius verändert sich Nathanaels Vater. Auch Nathanael wird sich später durch den Einfluss des Sandmanns in einen völlig anderen Menschen verwandeln, sogar so weit, dass er den geliebten Menschen immer unbekannter erscheint.

Das Feuer bekommt dann beim Tod des Vaters eine grundlegend zerstörerische Konnotation. Nathanael findet den Vater „tot mit schwarz verbranntem[,] grässlich verzerrtem Gesicht“ (S.11) vor. Feuer steht nun für die Zerstörung, für das Trauma, das der junge Nathanael durch den Umstand erleidet, den eigenen Vater so entstellt aufzufinden.
Doch die genaue Todesursache bleibt ungeklärt. Niemand wird zur Rechenschaft gezogen und verurteilt (vgl. S.12).
Genau nach dieser Person, die für den Tod des Vaters verantwortlich ist, will Nathanael aber suchen. Er braucht einen logisch nachvollziehbaren Grund für sein Versterben, jemanden, der die Schuld daran übernehmen muss. Solange es solch eine Person nicht gibt, kommt er auch nicht über den Tod seines Vaters hinweg und kann diesen nicht verarbeiten und damit absc...

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